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Fliesenlexikon

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A

Abdeckfolien

Abdeckfolien dienen als Oberflächenschutz von Belägen während der Bauphase. Bei Abdeckungen mit diffusionsdichtem Material kann vor allem der entstehende Dampfdruck während der Austrocknungsphase zu Schäden führen.

Beim Verlegen von Naturstein sollten nur diffusionsoffene, nicht färbende Materialien zum Einsatz kommen. Spanplatten können unter Umständen wegen ihres Lignin-Gehaltes Verfärbungen bei verschiedenen Natursteinen verursachen.


Abdichtungen

Abdichtungen sind – je nach Anwendung – Beschichtungen, Folien, Bahnen sowie Abdichtungsprofile und -massen. Sie verhindern, dass Feuchtigkeit, Flüssigkeit oder auch Luft (Zugluft) in Gebäude, Bauteile, Bauelemente und Baustoffe eindringen und hierdurch Schäden oder bauphysikalische Mängel entstehen. Schadhaft ausgeführte Abdichtungen sind nach übereinkommender Meinung von Fachleuten die häufigsten und kostenintensivsten Mängel im Baubereich.


Abrieb (Verschleiß)

Der Abrieb beschreibt den Oberflächenverschleiß bei Bodenfliesen infolge schleifender, reibender Beanspruchung und kann durch Glanz- und/oder Farbveränderung der Oberfläche sichtbar werden. Der Abrieb wird in fünf Abriebgruppen unterteilt.


Abriebgruppe

Abriebfestigkeit ist die Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten. Ermittelt wird diese Widerstandsfähigkeit durch Schleif- und Sandstrahlprüfung. Es wird in 5 Klassen unterteilt:

  • Abriebgruppe I:     Für Barfuß- und Hausschuhbereich in Bädern und Schlafzimmern.
                                Kaum „Durchgangsverkehr“, keine nennenswerte Verschmutzung
  • Abriebgruppe II:    Für eine leichte Beanspruchung in allen Wohnbereichen
  • Abriebgruppe III:   Für mittlere Beanspruchung in allen Wohnbereichen sowie Dielen,
                                Fluren, Treppen und auf Balkonen
  • Abriebgruppe IV:    Für hohe Beanspruchung in Hauseingängen, Terrassen und Küchen
  • Abriebgruppe V:     Für höchste Beanspruchung in allen Räumen und allen Flächen,
                                 die extrem belastet werden, Beispiel: Garagen

Abstandshalter

Abstandshalter bei Fliesen und Platten sind Vorsprünge, die beim Verlegen den gleichmäßigen Abstand von zwei Fliesen ermöglichen. Sie werden werksseitig hergestellt und beziehen sich auf die geplante Fugenbreite. Das Koordierungsmaß C einer Fliese mit Abstandshalter ergibt sich aus dem Werkmaß W der Fliese und der Fugenbreite J. In der Fuge liegen die Abstandshalter, die nach dem Verlegen nicht mehr sichtbar sind.


Ader

Natursteine sind häufig von Adern durchzogen, die in der Regel durchsichtig oder weiß in Erscheinung treten. Dies sind durch Mineralien „natürlich verheilte“ Risse im Gestein. In Kalkgesteinen oder Serpentiniten bestehen sie meist aus Calcit, werden aber fälschlicherweise als Quarzadern bezeichnet. In Sandsteinen oder magmatischen Gesteinen (z. B. Granite oder Gneise) bestehen sie allerdings meist aus Quarz.


Adhäsion

Adhäsion wird auch Anhandskraft genannt. Sie beschreibt die Zusammenhangkräfte zwischen zwei Stoffen auf molekularer Ebene. Dabei sorgt die spezifische Adhäsion der Moleküle im Grenzschichtbereich zweier Komponenten zunächst für einen kurzfristigen Unterdruck. Dazu kommen Kräfte der mechanischen Adhäsion, also Verklammerungen an der Oberflächenstruktur. Je rauer und saugfähiger dabei die Kontaktfläche, z. B. Fliesenunterseite oder Estrichoberfläche, einerseits und haftungswilliger (zähflüssiger) der Kleber andererseits sind, desto höher ist die Adhäsionskraft auf Dauer.


Allergie

Die meisten Auslöser für Allergien sind die Hausstaubmilben. Da sich auf der geschlossenen glatten Oberfläche keramischer Fliesen nichts einnisten kann, ist Keramik der ideale Bodenbelag in einem Allergikerhaushalt.


Anhydrit

Anhydrit oder Calciumsulfat ist ein natürliches wasserfreies Gipsgestein. Es wird entweder dadurch gewonnen, dass Gips gebrannt und damit entwässert wird, oder es fällt als Nebenprodukt der Flusssäureproduktion ab.

Um Anhydrit in einem Estrich verarbeiten zu können, muss ein „Anreger“ zugesetzt werden. Dies ist in der Regel Kaliumsulfat, kann aber auch Kalk oder Zement sein. Der Anreger, dessen Anteil am Bindemittel 3-15 % beträgt, beschleunigt die Wassereinlagerung (Schnellbinder), wodurch sich Anhydrit zu Gips umwandelt. Allerdings erfolgt die Umwandlung Anhydrit zu Gips nur zu ca. 65 %. Dieses Verhältnis sorgt zum einen für eine schnelle Trocknung (Gips bindet Wasser) und höhere Festigkeit (Anhydrit als Gerüst).

Anti-Rutsch-Profile

Anti-Rutsch-Profile sollen die Rutschsicherheit von Belägen erhöhen. Häufig erfolgt der Einbau als nachträgliche Maßnahme bei Belägen, die eine zu geringe Rutschsicherheit aufweisen. Besteht ein Anforderungsprofil an die Rutschsicherheit gemäß BGR 181 Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr, so sollte darauf geachtet werden, dass die Anti-Rutsch-Profile und deren Anordnung diesen Anforderungen genügen. Es handelt sich bei diesen Profilen meist um aufgeklebte Streifen.

Die Profile können jedoch auch mechanisch auf der Oberfläche als Antirutschstreifen durch nachträgliches Sandstrahlen oder Stocken erzielt werden. Beim Stocken sollte darauf geachtet werden, dass der Oberbelag einer derart starken Krafteinwirkung standhält und nicht bei der nachträglichen Bearbeitung Schaden nimmt.


Anwendungsbereich

Steingutfliesen dienen als Wandbelang in Innenräumen.

Steinzeugfliesen finden vorwiegend Verwendung als Bodenbelag in privaten und öffentlichen Gebäuden.

Mosaike werden in Trittsicherheitsbereichen verwendet.

Cottofliesen werden verwendet um eine rustikale Optik zu erzeugen.


Arbeitsfuge

Die Arbeitsfuge wird auch Tagesansetzfuge genannt. Sie wird bei großen Estrichflächen am Ende eines Arbeitstages zum Abschluss der bereits ausgegossenen Fußbodenfläche angesetzt, woran am nächsten Tag direkt mit dem neuen Estrich angearbeitet wird.


Aufbauhöhe

Die Aufbauhöhe beschreibt die Schichtdicke der Belagskonstruktion zwischen Bodenbelag und tragendem Untergrund des Bauwerks. Diese setzt sich zusammen aus der Dämmung und dem Estrich. Material sowie technische Anforderungen (Belastungen, Fußbodenheizung, Trittschalldämmung usw.) bestimmen dabei die Aufbauhöhe.


Aufglasurdekoration

Bereits glasierte Fliesen werden einem zusätzlichen Arbeitsprozess nochmals dekoriert und gebrannt.


Ausblühungen

Durch Verdunstungswasser aus Estrich oder Beton kann es zu so genannten Ausblühungen des Fugenmörtels kommen. Darunter werden Verkrustungen aus Salzen (meistens Kalium- oder Natriumsulfat, aber auch Karbonat, selten Nitrat) verstanden. Auch bei Terracotta kann es vorkommen, dass wasserlösliche Salze, die natürlich im Rohmaterial vorkommen, an die Oberfläche treten. Diese Salze werden durch den Wasserdampf in den feinen Fugenkapillaren an die Oberfläche gezogen, wo sie dann aushärten und dabei die Umrisse von Blüten formen.

Entfernt werden solche Ausblühungen mechanisch mit einer groben Drahtbürste oder einem entsprechenden Schleifer. Bei Karbonat (= Kalk) ist oft eine vorsichtige, punktuelle Absäuerung der effektivere Weg. Allerdings sollte vorher überprüft werden, ob der Belag säurefest ist.


Ausdehnungskoeffizient

Der Ausdehnungskoeffizient beschreibt die relative Ausdehnung eines Feststoffes im Verhältnis zur Temperaturänderung, wobei zwischen linearer und kubischer (im Volumen) Ausdehnung unterschieden wird. Demzufolge reagiert jeder Baustoff auf Temperaturschwankungen mit einer charakteristischen Ausdehnung.

Deshalb sind die einzelnen Ausdehnungskoeffizienten aufeinander abzustimmen, wenn
z. B. Bodenaufbauten erstellt werden. Sind die Eigenschaften der Komponenten Estrich und Belag zu groß, kommt es unweigerlich zu Spannungen. Schadbilder wie Abscherungen des Plattenbelages oder Rissbildungen in der Fliesen sind die Folge. Durch eine Entkopplung der Komponenten kann dem entgegen gewirkt werden.

 

B


Bahnenware

Bei der Bahnenware handelt es sich um Boden- oder Wandbeläge aus Naturstein, die eine gleiche Breite von meist 30 Zentimetern und freie Längen aufweisen.

Bahnenware kann aus Unmaßtafeln geschnitten werden (Vorteil: gute farbliche Anpassung von z. B. Bodenbelag und Treppenstufen; Nachteil: teuer, viel Verschnitt) oder industriell aus dem Rohblock gefertigt werden (Vorteil: preiswert; Nachteil: evtl. Probleme mit der farblichen Anpassung).

Neben Bahnenware gleicher Breite können auch Beläge mit gemischten Breiten
(z. B. 20 cm, 25 cm, 30 cm, 40 cm Breite) eingebaut werden. Dies führt zu einer dynamischeren Gestaltung der Gesamtfläche und ist besonders in Räumen mit ungleichen Seitenlängen (z. B. Flure) interessant. Die Länge der Platten sollte das Maß der Breite nicht unterschreiten.


Belegreife

Werden harte Belagsarten wie keramische Fliesen oder Naturstein auf junge Lastverteilungsschichten aufgebracht, die aus schalltechnischen Gründen schwimmend verlegt sind, so besteht auf Grund des Schwindens und Verformens ein hohes Schadensrisiko. Aus diesem Grund sollte das Überschusswasser bei einem schwimmenden Estirch möglichst ausdiffundiert sein, bevor eine Verlegung mit harten Belägen erfolgt.

Die Überprüfung der Belegreife einer Lastverteilungsschicht erfolgt mit der Hilfe der
CM-Messmethode. Die notwendigen Werte zur Feststellung der Belegreife hängen von der Art der Lastverteilungsschicht ab. Zementestriche sind belegreif, wenn die Prüfung der Restfeuchte nicht mehr als 2 CM-% ergibt. Bei unbeheizten Calciumsulfatestrichen darf die Restfeuchte nicht mehr als 0,5 CM-% betragen. Handelt es sich um beheizte Calciumsulfatestriche, so ist ein maximaler CM-Wert von 0,3 CM-% zulässig.


Bewegungsfuge (Dehnungsfuge)

Dies ist eine Fuge zur Unterbrechung von Bauteilen bzw. Fliesenflächen, um Spannungsrissen vorzubeugen. Bewegungsfugen lassen Bewegungen zu und bauen dadurch schädigende Spannungen im Belag ab. Sie können je nach Anwendungsfall angelegt werden durch

  • konstruktive Gestaltung der Bauteile
  • Verschluss mit elastischem Dichtstoff
  • Profil und Vermährungen
  • Offenlassen der Fugen
  • Überbrückung durch bandfertig vorgefertigten Dichtstoff.

Wichtig sind Bewegungsfugen bei allen größeren Flächen, auf Terrassen und in Wintergärten, weil Zug- und Druckspannungen sonst die normalen Fugen oder auch die Fliesen schädigen können.


Bewertungsgruppen

Die geforderten Bewertungsgruppen nach DIN 5120 sind im folgenden aufgelistet:

Bewertungsverfahren „Schiefe Ebene“:

Rutschhemmung R9: Neigungswinkel von 6º bis 10º (geringer Haftreibwert) Anwendungsgebiete: Eingangsbereiche und Treppen öffentlicher Gebäude, Verkaufsräume, Friseurläden etc.

Rutschhemmung R10: Neigungswinkel von 10º bis 19º (normaler Haftreibwert)  Anwendungsgebiete: sanitäre Räume, Sozialräume, gewerblich genutzte Lagerräume etc.

Rutschhemmung R11: Neigungswinkel von 19º bis 27º (erhöhter Haftreibwert) Anwendungsgebiete: Garagen, Parkflächen im Freien, Gehwege im Außenbereich etc.


Biegezugfestigkeit

Bauteile wie Fliesen werden durch Kräfte vertikal zur Ansichtsfläche beansprucht. Dabei treten auf der Oberseite Druck- und auf der Unterseite Zugspannungen auf, wobei letztere im Allgemeinen maßgebend sind.


Bildmosaik

Bildmosaike werden meist aus handgeschlagenen Steinzeugfliesen von Hand zu einem Bild oder Muster zusammengesetzt.


Bindemittel

Werden Baustoffen Bindemittel beigemischt, bestehen diese meist aus mineralischen Stoffen, z. B. aus Natursteinen. Diese werden zuerst zerkleinert, dann bei hohen Temperaturen gebrannt und letztlich gemahlen. Kommen sie dann mit Wasser in Verbindung, bilden sie eine Lösung und später beim Austrocknen wieder ihre feste mineralisch-kristalline Form.


Biskuit

Begriffe für den einmal gebrannten Fliesen- oder Geschirr-Rohling, der nach der anschließenden Veredelung durch Dekoration und Glasur zum zweiten Mal gebrannt wird.


Bodenbelag

Als Bodenbelag wird die oberste Schicht des Fußbodenaufbaus bezeichnet, sie kann aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, z. B. aus keramischen Fliesen, Teppich, Parkett, PVC, Laminat, Linoleum, Naturstein, Kork, Terrazzo, Terracotta, OSB-Platten oder gestaltungsfähiger Nivelliermasse.


Bodenfliesen

Als Bodenbelag kann man Bodenfliesen sowie Wandfliesen verwenden. Für den Bodenbelag werden Steinzeug und Steingutfliesen verwendet.


Bodenheizung (Fußbodenheizung)

Über einer Fußbodenheizung gelten keramische Beläge als ideal. Die Wärme wird von den Fliesen und Platten aufgenommen und gleichzeitig an die Raumluft weiter gegeben. Es kommt zur optimalen Energienutzung.


Bodenindikatoren

Als taktile Leitsysteme gehören Bodenindikatoren zur barrierefreien Ausstattung öffentlicher Verkehrsflächen etwa auf Straßen, Plätzen, Haltestellen des ÖPNV, Bahnhöfen und anderen Einrichtungen. Dabei handelt es sich um Leitstreifen auf dem Boden, die sich mit einem Blindenstock ertasten lassen. Eingesetzt werden in der Regel Rillen-, Rippen- und Noppenplatten bzw. -pflaster oder auch Platten mit andren Oberflächen.


Bordüre

Zur Auflockerung oder zum Abschluss von Fliesenflächen eignen sich Bordüren ideal. Die Vielzahl der erhältlichen Dekore in verschiedenen Farben und Größen lassen keine Wünsche in Bezug auf die individuelle Gestaltung eines Bades offen. Auch Bodenflächen lassen sich hervorragend mit passenden Bodenbordüren kombinieren.


Brand

Fliesen und Platten werden bei 900 bis 1250 °C gebrannt. Je höher die Brenntemperatur und je länger die Brenndauer, desto dichter und stärker ist die Keramik.


Brandfarbe

Aus herstellungstechnischen Gründen treten bei Steingut und Steinzeugfliesen leichte Farbabweichungen (Brandfarben) auf. Es ist darauf zu achten, dass nur Fliesen gleicher Brandfarbe zum Einsatz kommen. Diese Nuancen oder Brandfarben werden jeweils auf der Verpackung angegebenen. Fliesen für einen Belag sollten immer die gleiche Kennzeichnungen haben.


Brandverfahren

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Brandverfahren:

  • Einbrand
  • Zweibrand


Brennbarkeit

Fliesen sind nicht brennbar (DIN 4102) und bieten somit auch keine Brandgefahrenquelle.


Buttering - Verfahren

Ausführungsart des Dünnbettverfahrens nach DIN 18157-Teil 1 Ziffer 7.3.2 mit Klebeauftrag auf der Fliesenrückseite. Das Butteringverfahren ist bei der Verlegung ungleich dicker Fliesen, wie z. B. bei Einlagen kleiner Formate in größeren Flächen aus anderen Formaten/Dicken, zu bevorzugen.

 

C


Calcit

Calcit ist ein Mineral aus der Gruppe der Karbonate. Dieses Mineral ist Hauptbestandteil in allen Marmor- und Kalksteinen sowie Travertinen und Muschelkalken. Calcit verfügt über eine relativ geringe mechanische und chemische Resistenz. In der „Mohs Härteskala“ belegt es Platz 3. Hierauf ist die Kratzempfindlichkeit der Karbonatgesteine zurückzuführen.

Calcit ist in Reinform farblos, kann jedoch auch weiß oder cremefarbig sein. Durch Beimengungen verschiedener Akzessorien (meist Metalloxide) können beige, rote oder braune Farbtöne entstehen. Dunkelgraue bis schwarze Färbungen entstehen durch Beimengungen von Graphit.


Carrara Marmor

Carrara Marmor ist eine der bekanntesten Marmorsorten weltweit, die Bezeichnung dient als Sammelbezeichnung für eine Vielzahl unterschiedlicher Steine aus einem Teilgebiet der Alpen. Die Brüche in den apuanischen Alpen lassen sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen (Brüche von Luni „marmor Lunesis“). Die hellen Sorten sind die begehrtesten und die teuersten.
Neben der Anwendung als Plattenware für Bauzwecke wurden dieser Marmor über Jahrhunderte hinweg für bildhauerische Zwecke genutzt.


Cotto

Cottofliesen und -platten geben einen Raum eine rustikale Note. Unter der Kurzbeschreibung „Cotto“ werden Fliesen aus der Toskana oder der Region Emilia Romagna (Italien) angeboten. Sie werden aus Terracotta hergestellt oder entweder mit einer rauen Oberfläche oder geschliffen angeboten.


Chemische Beständigkeit

Steingutfliesen und glasierte Steinzeugfliesen sind gegen Badewasserzusätze und Haushaltschemikalien beständig; gegen Säuren und Laugen nur dann, wenn es vom Hersteller angegeben ist. Unglasiertes Feinsteinzeug ist zusätzlich gegen einige Säuren und Laugen in geringer Konzentration beständig.

Craquele (Glasurrisse/Haarrisse)

Craquele ist die Bezeichnung für feine Glasurrisse (Haarrisse) auf einer Fliese. Bei manchen Glasuren wird die Craquelebildung als Gestaltungsmittel absichtlich herbeigeführt.


D


Dachterrassen (Loggien)

Terrassen und Balkone, die über einem bewohnten Raum liegen, benötigen immer eine Abdichtung aus Bitumenschweißband. Das gilt auch, wenn nur ein Teil der Terrasse oder des Balkons über einem bewohntem Raum liegt.


Dampfsperre

Mit einer Dampfsperre oder -bremse wird verhindert, dass Wasserdampf in feuchtigkeitsempfindliche Materialien eindringt, dort kondensiert und Schäden oder Schimmelbefall verursacht. Zumeist wird dazu eine Folie aus Kunststoff oder Aluminium verlegt, die insbesondere Innendämmungen von Wänden schützen soll. Gegenüber Wasser in seiner flüssigen Form sind diese Dampfsperren jedoch nicht dicht, sodass in Nassräumen zusätzliche bzw. adäquatere Abdichtungen zu wählen sind. Zur Vermeidung von Ausblühungen können geeignete Dampfsperren auch zwischen Bodenbelag und Estrich verlegt werden.


Dekor

Dekore werden auf Grundfliesen einer Fliesenserie aufgebracht. Dekorfliesen werden vereinzelt, in regel- oder unregelmäßigen Abständen zur Auflockerung gestalterisch eingesetzt. Sie können als Einzeldekor oder aus verschiedenen Dekorfliesen, die zusammen ein Bild ergeben eingesetzt werden.


Delfter Fliese

Delfter Fliesen sind benannt nach dem kleinen, holländischen Städtchen Delft, in dem seit dem 16. Jahrhundert Fliesen hergestellt werden. Die Dekore stellen oft Porträts, Szenen, Landschaften oder biblische Motive im typischen „Delfter Blau“ dar.


Dentriden

Der Name stammt aus dem Griechischen „dendron“ (= Baum). Dentriden sind baumartige Gebilde, die meist aus Eisen- oder Manganoxiden bestehen, die sich in den Spaltflächen von Sedimentgesteinen angelagert haben. Sie kommen sehr häufig in Solnhofener Plattenkalk vor. Meist werden sie von Laien für Versteinerungen von Pflanzen gehalten.

Da sich diese Oxide in den Spaltflächen anreichern, treten sie nur bei bruchrauen oder bruchrau angeschliffenen Oberflächen in Erscheinung. Bei fein geschliffenen Oberflächen werden sie während der Schleifvorgänge ausgeschliffen.

Dichtband

Ein Dichtband dient zur Überbrückung des kritischen Anschlussbereiches Wand und Boden bei alternativen Abdichtungsmaßnahmen. Es handelt sich meist um elastische Kautschukbänder, die in die frische Spachtelmasse eingelegt und anschließend nochmals überspachtelt werden.


Dichtmanschetten

Dichtmanschetten dienen bei alternativen Abdichtungsmaßnahmen zur Eindichtung von Rohrdurchführungen. Es handelt sich meist um elastische Kautschukmanschetten, die in die frische Spachtelmasse eingelegt und anschließend überspachtelt werden.


Dichtstoff

Spritzfähige oder bandförmige vorgefertigte Kunststoffe zum Ausfüllen bzw. Abdecken von Bewegungsfugen.


Dickbettverlegung

Verfahren zur konventionellen Verlegung von Fliesen und Wand und Boden mit einem angemischtem Mörtel aus Sand und Zement (DIN 18352). Bei der Dickbettverlegung werden die Wand- und Bodenfliesen direkt in das Mörtelbett eingesetzt, wobei der Mörtel alle Unregelmäßigkeiten des Untergrundes ausgleicht. Darin liegt der wesentliche Vorteil gegenüber der heute allgemein üblichen Dünnbettverlegung. Weiterhin wird mit der Dickbettverlegung eine hohe Verlegegenauigkeit erzielt. Anwendung findet diese meist, wenn bauseitig kein Putz oder Estrich vorhanden ist. Da diese Methode jedoch äußerst zeitaufwändig ist, wird diese Technik heute fast nur noch bei Natursteinverlegung angewendet.


DIN Normen

Regeln der Technik des Deutschen Institus für Normung e.V. Berlin (DIN).


Dispersion

Hierbei handelt es sich um wässrige Systeme, die empfindlich gegen Laugen sind. Zudem vertragen sie keine Feuchtigkeit, da Hartz-Emulgatoren und -Stabilisatoren, die im Estrich verbleiben, wieder in Lösung gehen können.


Dispersionskleber

Dispersionskleber ist ein Klebestoffe zur Verlegung von Fliesen im Dünnbettverfahren.
Dispersionsklebstoffe sind nicht wasserbeständig und daher nur für gering feuchtbelastete Innenbeläge geeignet.


Drainage

Balkone sind der Witterung ausgesetzt. Im Sommer werden die Platten sehr warm, im Winter bis zu -20 °C. Das führt zu Spannungen und Ausdehnungen in der Oberfläche der Fliesen. Fugen öffnen sich, Wasser dringt in die Spalten ein. Der Frost sprengt die Fliesen auf. Die Balkonoberfläche ist ruiniert.
Um Risse und Ausdehnungen zu vermeiden, werden die Platten mit teils offenen Fugen verlegt. Das Wasser soll unter die Platten laufen.
Der Untergrund der Fliese ist als Drainage ausgelegt. Die Oberfläche kann nicht mehr aufreißen, da keine starre Verbindung zum Untergrund besteht.
Die Plattenoberfläche bleibt Jahrzehntelang erhalten.


Druckfestigkeit

Die Druckfestigkeit von Fliesen ist keine genormte Eigenschaft.


Durchscheinende Natursteinbeläge

Da gemäß DIN 18201 Toleranzen im Bauwesen – Begriffe, Grundsätze, Anwendung, Prüfung Unebenheiten des Untergrundes in einem gewissen Rahmen zulässig sind, besteht bei der Verlegung durchscheinender Natursteinfliesen oder -platten die Gefahr, dass sich die Zahnung des Klebers durch die Platten hindurch abzeichnet. Aus diesem Grund sollten derartige Beläge nur in der „Buttering-Floating Methode“ verlegt werden.

Bei Bodenbeläge besteht darüber hinaus die Möglichkeit der Verlegung mit Fließbettmörteln. Die Gefahr das Durchscheinens ist vor allem bei sehr dünnen Natursteinfliesen mit Dicken von 0,7 bis 1 Zentimeter gegeben. Dieser Effekt tritt vor allem bei Marmor, Onyx und anderen transluzenten Natursteinen auf.


Dünnbettmörtel

Zementgebundene, hydraulisch erhärtende Fliesenkleber zur Verlegung im Dünnbettverfahren. Vorzugsweise Verwendung auf massive Untergründen wie z.B. Beton, Zementestrich oder -putz im Innen- und Außenbereich.


Dünnbettverlegung

Die Dünnbettverlegung ist eine sehr häufig angewandte Art der Verlegung von Fliesen an Wand und Boden. Man unterscheidet hierbei zwischen hydraulisch erhärtenden Dünnbettmörtel, Dispersionskleber und Epoxidharzkleber. Die Verlegeverfahren sind Floating, Buttering oder kombiniertes Verfahren. In der Praxis wird Floating angewendet. Wobei beim kombinierten Verfahren die höchste Haft- und Zugfestigkeit erreicht wird. Der Vorteil dieser Verlegeart liegt in der rasch Arbeitsweise. Voraussetzung ist aber ein völlig ebener Untergrund. Weisst der Untergrund  größere Unebenheiten auf, so ist eine vorherige Spachtelung der Verlegefläche empfehlenswert.

 

E


ECB

ECB steht als Abkürzung für Ethylencopolimerisat-Bitumen: Darunter ist die Kombination eines thermoplastischen Mischpolymerisates von Ethylen und Butylacrylat mit Bitumen zur Herstellung von schweißbaren, bitumenverträglichen Dach- und Dichtungsbahnen zu verstehen.


Einbrand

Brennverfahren, in dem gebrauchsfertige Fliesen und Platten in einem Prozess gebrannt werden.


Eindringtiefe

Die Eindringtiefe gibt Auskunft darüber, wie tief eine Flüssigkeit in ein Material eindringen kann. Für Fliesen ist dies hinsichtlich ihrer Frostsicherheit bzw. Wasseraufnahmefähigkeit von Bedeutung. Analog dazu bedeutet eine hohe Eindringtiefe auch eine Anfälligkeit für Fleckenbildung. Bodenbeläge mit hohen Werten (Terracotta, Spaltplatten, Natursteine oder auch Holzböden) müssen entsprechend imprägniert werden bzw. sind in bestimmten Räumen nicht zu verbauen.


Einleger

Zu den üblichen Dekorfliesen sind Einleger eine elegante Alternative. Das sind dekorative Elemente aus Keramik, Naturstein, Metall oder Holz, die entweder in eine Aussparung der Fliese eingelegt werden oder auch auf andere Weise als gestalterische Elemente zwischen Fliesen/Bordüren dienen können.


Einlegezeit

Die Einlegezeit gibt die Zeitspanne an, in der ein Kleber- oder Mörtelbett frisch genug bleibt, um Materialien aufzunehmen. Wird sie überschritten, bildet sich an der Oberfläche eine Trockenhaut und ein adäquater Haftbund kann nicht mehr entstehen.


Einsprenglinge

Einsprenglinge sind größere, gut ausgebildete (ideomorphe) Einzelkristalle in Natursteinen, die optisch leicht erkennbar in einer feiner strukturierten Steinoberfläche eingebettet sind. Sie treten des öfteren bei magmatischen Gesteinen auf.


Elastische Dichtstoffe

Elastische Dichtstoffe dienen dem Verschluss von Bewegungs- und Anschlussfugen. Eine Vielzahl Von Sorten mit unterschiedlichen technischen Eigenschaften sind im Handel erhältlich. Bei der Verlegung von Naturstein dürfen nur spezielle Silikone zum Einsatz kommen, da es ansonsten durch Abwandern der Weichmacher zu Randzonenverfärbungen kommen kann. Je nach Fabrikat müssen die Flanken zusätzlich mit Haftprimer behandelt werden. Dreiflankenhaftung ist auf jeden Fall zu vermeiden. Übliche Dehnbarkeit elastischer Fugendichtstoffe: Acryl: 1 – 10 %;
Acrly-FLex: 18 – 20 % und Silikon: 20 – 25 %.


Elektrische Leitfähigkeit

Diese Eigenschaft besitzen glasierte Fliesen, deren Glasur spezielle Metallverbindungen enthält, die eine gute elektrische Leitfähigkeit bewirken. Hierdurch können elektrostatische Aufladungen vermieden werden, die zu Störungen in empfindlichen Apparaturen (z.B. in Operationssälen) führen können.


Emulsion

Dem Zement werden die Epoxidbestandteile als Emulsion, die erst im Mörtel durch chemische Reaktion den Harz bilden, bei gemengt. Sie sind meist alkalifest. Epoxidharz- und Kunstharz-Estriche werden meistens in der Industrie verlegt, da sie durch die Zusatzstoffe leichter zu verarbeiten sind, verformbar, dichter und einen höheren Haftverbund aufweisen. Zudem besitzen sie eine erhöhte Zugfestigkeit. Ihr größter Nachteil ist dem gegenüber, dass die Schafstoffe emittieren können.


Engobe

Wird eine Fliesenoberfläche durch mineralische Tonschlämmen farblich gestaltet, spricht man von engobieren. Dazu wird der Rohling entweder besprüht, begossen oder getaucht, wobei durch die Wahl der Auftragstechnik unterschiedliche Farbeffekte erzeugt werden können. Die Schlämme versintern bei Brennvorgang und bewirken eine matte Färbung des Scherbens. Durch Beimischung von glasbildenden Zusätzen (Fritten) können aber auch mattglänzende Oberflächen erzeugt werden.


EN Normen

Regeln der Technik des Europäischen Komitee für Normung (EN).
(siehe auch DIN-Normen und Ö-Normen).


Entkopplungsmatten

Eine Entkopplungsmatte ist ideal für eine schnelle, saubere und kostengünstige Bodensanierung. Dadurch sind Dreck, Krach und wochenlange Störung kein Thema mehr. Altes Hart-PVC, Fliesen, Bodenbeschichtungen oder auch haftungsfeindliche Untergründe, zum Beispiel gestrichene Böden, können zusammen mit Entkopplungsmatten genutzt werden. Der Altbelag muss NICHT entfernt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Matte direkt auf dem Untergrund verlegt wird, aber nicht mit ihm verklebt wird – schwimmende Verlegung garantiert eine hundertprozentige Entkopplung, d. h. Vernässe. Am Ende der Arbeit wird der Gesamtbelag klar abgewaschen, dies dient der Neutralisierung.


Epoxidharz

Epoxidharze sind durch Polykondensation gewonnene Kunstharze. Die Aushärtung erfolgt nach Mischen von Harz- und Härtekomponente unter Freisetzung von Wärme. Das es sich beim Abbindeprozess um eine Polyaddition handelt, müssen die Koponenten in einem bestimmten Verhältnis gemischt werden. Überschuss einer Komponente führt zu einem Festigkeitsverlust und einer Herabsetzung der Beständigkeit gegen Chemikalien. Abbinde- und Aushärtungsgeschwindigkeit hängen im Wesentlichen von der Raumtemperatur ab.

Die Vorteile von Epoxidharzen liegen in der nahezu schwundfreien Aushärtung, der hohen Beständigkeit gegen Chemikalien und den sehr hohen Haftfestigkeitswerten. Außerdem sind sie unlöslich in Lösemitteln und unter Temperatureinwirkung nicht mehr verformbar.

Epoxidharze finden in verschiedenen Materialien in Bodenbereich Verwendung, zum Beispiel in Beschichtungen, Imprägnierungen, Versiegelungen und Harzen.


Erstreinigung

Die Erstreinigung erfolgt unmittelbar nach dem Verlegen und Verfugen des Belages. Sie dient der Entfernung von Bauschmutz so das Zementschleiers, der sich beim Verfugen auf der Fliesenoberseite gebildet hat.


Estremoz

Die Bezeichnung der wohl bekannteste portugiesische Marmorsorte lautet Estremoz. Der Stein verfügt über eine sehr große Bandbreite an Grundfarben (von weiß über beige bis zu intensiv rosa Farbtönungen) und Texturen. Deshalb ist eine Bemusterung mittels Handmuster sehr schwierig. Der Stein wird in einer Vielzahl von Farbsortierungen angeboten, die jedoch keiner direkten Systematik, sondern den Auswahlkriterien der jeweiligen Produzenten unterliegen. Am besten wird die Auswahl direkt an Unmaßtafeln getroffen.


Estrich

Estrich ist ein glatter und fester Untergrund auf der Rohbaukonstruktion, der als Unterputz für den Bodenbelag dient. Der Estrich wird in der Regel mehrere Tage bis Wochen vor der Verfliesung aufgebracht, damit er genügend Zeit zum Trocken hat. Wichtig ist die Feuchtigkeitsprüfung vor der Verlegung von Fliesen und Platten. Dabei ist auf die Art des Estriches und deren Eigenart zu achten.

 

F


Farbecht

Farben von keramischen Produkten ändern sich weder bei starken Sonneneinstrahlung und Regen noch durch häufiges Putzen.


Farbschwankung bei Naturstein

Natursteinmuster sind lediglich Anhaltspunkte über Farbgebung und Struktur des Gesteins. Sie können deshalb nicht als verbindlich angesehen werden. Aufgrund der natürlichen Entstehung von Natursteinen sind Farb- und Strukturschwankungen generell vorhanden, gelieferte Natursteine können diesbezüglich nicht mit dem gezeigten Muster identisch sein. Farb- und Strukturabweichungen stellen aus oben genannten Gründen keinen Reklamationsgrund dar. Vorrangig ist, dass der allgemeine Charakter des Natursteines gewahrt bleibt, dies ist auch hinsichtlich stärkerer Abweichungen gegeben. Auch können in Natursteinen Adern, Haarrisse sowie Quarzadern und sonstige natürliche Einschlüsse auftreten. Dies mindert nicht die Qualität und den Wert des Materials, auch eine höhere Bruchgefahr ist hierdurch nicht gegeben. Kleine Spachtelungen und Ankittungen am Naturstein sind generell erlaubt. Durch die natürliche Entstehung im Laufe von vielen Millionen Jahren verfestigen sich Minerale unterschiedlich stark, sodass beim Bearbeiten des Gesteins einzelne Minerale unkontrolliert abplatzen können. Um hierbei scharfkantige Ecken zu vermeiden, dürfen diese mit einem für Naturstein zulässigen Spachtelmaterial fachgerecht angetragen werden.


Fassadenkeramik

Keramische Fliesen und Formteile als Partner der vorgehängten hinterlüfteten Fassade sind ein wirtschaftliches Fassadensystem, das ökonomischen, ökologischen, ästhetischen und gebrauchstechnischen Anforderungen gerecht wird und in zunehmendem Maß das Bild der Städte prägt. Wie der Name sagt, ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade die Verkleidung eines Baukörpers, die einen Hohlraum mit Luftzirkulation zwischen den Bauteilen entstehen lässt. Dieser Hohlraum entsteht durch eine Verbindung von Metallprofilen, welche die Mauer von dem sichtbaren Keramikbelag bzw. einer anderen Verkleidung trennt.

Fassadenkeramik ist frostsicher und witterungsbeständig, resistent gegen aggressive Umwelteinflüsse, sie bleicht auch durch starke UV-Bestrahlung nicht aus und erfüllt alle Anforderungen an den Wärme-, Feuchte-, Schall- und vor allem Brandschutz. Einfach Montage und geringes Wartungsbedürfnis rund die Vorteile der Keramikfassade ab.


Geeignet für die Fassadengestaltung sind keramische Fliesen aus Feinsteinzeug oder aus extrudierter Keramik. Homogen durchgefärbter Feinsteinzeug besitzt ein hohe Druck-, Biege-, und Bruchfestigkeit und verfügt aufgrund des Herstellungsverfahrens über eine äußerst geringes Wasseraufnahmevermögen sowie über eine besondere Oberflächenhärte. Zur Auswahl stehen glasierte, unglassierte oder polierte Oberflächen, teils mit schmutzabweisender Oberflächenvergütung. Das Formatspektrum reicht bis zu Kantenlängen von 120 cm und mehr. Ein ausgereiftes Formteilprogramm und eine breit gefächerte Farbpalette sowie die Möglichkeit von Sonderanfertigungen bieten dem Architekten und Planer große kreative Spielräume zur Fassadengestaltung.


Fayence

Bezeichnung für Fliesen und Geschirr aus Steingut, benannt nach der Stadt Faenza in Oberitalien.


Feinkeramik

  1. Geschirr aus dem Werkstoff Porzellan, Bone China, Vitreous China und Steingut,
  2. Sanitärporzellan aus Vitreous China,
  3. Fliesen aus Steingut und Steinzeug, sowie
  4. Zierkeramik aus Steingut und Steinzeug

Die Feinkeramik wird im wesentlichen aus hellbrennenden Rohstoffen hergestellt.


Feinsteinzeug

Unglasierte Fliesen mit extrem niedriger Wasseraufnahme. Durch ihre Dichte sind sie sehr reinigungsfreundlich und unempfindlich gegenüber Verschmutzung.

Dünnes Feinsteinzeug
Eine neue Technologie erlaubt er Feinsteinzeug als Boden- und Wandbelag in extrem dünner Stärke herzustellen. Die Gesamtmaterialstärke beträgt hierbei nur noch
4,5 mm. Solche Fliesen eignen sich besonders in der Renovierung, da sie extrem niedrige Aufbauhöhe erlauben.


Feldspat

Natürlicher Rohstoffe mineralischer Natur für die Fliesenherstellung. Dient als Flussmittel.


Feuchtedehnung

Feuchtedehnung von Steinzeugfliesen ist nicht messbar; von Steingutfliesen vernachlässigbar, Steingutfliesen sollte jedoch für Anwendungsbereiche unter Wasser (Schwimmbad- oder Behälterbau) nicht eingesetzt werden.


Feuchtigkeitsmessung

Grundvoraussetzung für das Aufbringen eines Oberbodenbelages ist das Erreichen der sogenannten Belegreife des Estrichs. Weil die Trocknung des Estrichs stark von den raumklimatischen Bedingungen abhängt und somit erheblichen Schwankungen unterliegt, reicht die bloße Berücksichtigung der Zeitspanne zwischen Estricheinbau und Beginn der Belagsarbeiten nicht aus.

Zur Feuchtigkeitsmessung können drei Verfahren verwendet werden:

  • Elektronische Feuchtigkeitsmessung (Messung über zwei Elektroden, die in die Estrichschicht hineingedrückt oder gebohrt werden).
  • Prüfung im Trockenschrank (Dabei werden Estrichproben bei 110 °C in einem Schrank getrocknet und die Differenz zwischen der feuchten und der getrockneten Masse als Wert in Prozent angegeben).
  • Messung mit dem CM-Gerät (Calciumcarbidmethode).
  • Meist komm die CM-Methode zur Anwendung, da mit ihr die Feuchtewerte umgehend vor Ort zu bestimmen sind. Dazu wird eine Estrichprobe von 10 – 50 g sorgfältig zerkleinert und zusammen mit einer Calciumcarbidpatrone und einigen Stahlkugeln in einen Druckbehälter mit Manometer gefüllt. Durch Schütteln zerschlagen die Stahlkugeln die Glaspatrone, sodass das in der Estrichprobe enthaltene Wasser vollständig mit dem Karbid reagiert und Acetylen bildet. Der entstandene Gasdruck wird angezeigt und kann anhand einer Tabelle zur Bestimmung der tatsächlich vorhandenen Feuchte dienen.

Sinnvoll ist es, vor der Messung ist ein Protokoll zu erstellen, das der Auftraggeber oder sein Stellvertreter unterzeichnen. Es wird der Bauakte beigefügt und ist bei eventuellen späteren Reklamationen eine wichtige Grundlage für die Bewertung der Schadensursache.

Fleckbeständigkeit

Glasiertes Material Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug ist in der Regel gegen alle gängigen Verschmutzungen beständig. Unglasiertes Material sollte nach der Verlegung imprägniert werden. Es existieren jedoch Hersteller und Serien, die diesen Schutz bereits werksseitig angebracht haben.

Flexfugen

Flexfugen sind kunststoffvergütete Zementfugen, die in schmaler, breiter und extrabreiter Ausführungen zur Verfügung stehen. Sie setzten sich aus fein oder sehr fein aufbereitetem Zement, Farbpigmenten, Füllmitteln sowie einem entsprechenden Kunststoffanteil zusammen. Dieser Kunststoffanteil bewirkt eine gewisse Flexibilität sowie eine höhere Flankenhaftung der Fliesen untereinander.

Verwendet wird diese Fliesenfuge zum einen bei Bodenfliesen oder Wandfliesen mit erhöhten Anforderungen (Bodenheizung, Terrassen, junge Fliesenuntergründe, problematische Untergründe hinsichtlich der Stabilität, Fliesenmaterial mit extrem geringer Wasseraufnahme wie Feinsteinzeug oder Kunststein).


Flexkleber

Bei den sogenannten „Flex-Klebern“ handelt es sich um zementäre Kleber, die durch Kunststoffanteile vergütet wurden und somit über besondere Eigenschaften verfügen. Ihr Einsatz ist vor allem auf Untergründen, bei denen Bewegungen zu erwarten sind oder auf Fußbodenheizung zu empfehlen.


Fliesen

Eine Fliese ist ein keramischer Wand- und Bodenbelag aus Feinsteinzeug, Steingut, der größer ist als 10 x 10 cm. Fliesen mit kleineren Abmessung bezeichnet man als Mosaik.

Fliesenschnitt

Für eine einheitliche optische Wirkung werden Fliesen und Platten (auch mit unterschiedlichen Formaten) mit durchlaufender Fuge, im so genannten Fugenschnitt, verlegt. Als weiteres Gestaltungsmittel wird das Verlassen des Fugenschnitts angewendet, wie z.B. um eine halbe Fliesenlänge versetzt.


Fliesen-Werkzeug

Bei der Fliesen- und Estrichverlegung kommen unterschiedliche Spezialwerkzeuge zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem der Fliesenmeißel, verschiedene Fliesenbohrer, der Fliesenschneider, die Fliesenhauschiene, die Fliesenschneidemaschiene, die Fliesenbrechzange, diverse Kellen, die Fliesenfeile, das Fliesengummi, der Fliesenschwamm, das Fliesenwaschbrett, unterschiedliche Verlegehilfen, das Reibebrett, die Kartätsche, unterschiedliche Walzen, der Fliesenhammer und weitere.


Fliesenformate

Fliesenformate gibt es mittlerweile in immer größeren Abmessungen. Es ist logisch, dass bei größeren Fliesen der Fugenanteil sinkt, mit z. T. unerwünschten Folgen: eindringendes Wasser kann weniger schnell verdunsten, außerdem ist die Möglichkeit, Spannungen anzubauen, verringert. Hier ist eine eingehende Beratung des Bauherrn nötig, um sinnvollsten einen Kompromiss zwischen großzügiger Optik und Haltbarkeit der Konstruktion zu erreichen.

Wandfliesen
10 x 10 cm            13,5 x 19 cm        20 x 33,3 cm
15 x 20 cm            15 x 22,5 cm        28,4 x 40,8 cm
18 x 18 cm            20 x 25 cm            30 x 60 cm

Bodenfliesen
20 x 20 cm            30,5 x 30,5 cm        41 x41 cm
20 x 25 cm            32 x 32 cm            30 x 60 cm
25 x 25 cm            33 x 33 cm            40 x 60 cm
30 x 30 cm            40 x 40 cm            60 x 60 cm


Große Fliesen
40 x 120 cm            60 x 120 cm            120 x120 cm


Fliesenspiegel

Als Fliesenspiegel wird der an der Wand geflieste Bereich, z. B. hinter der Küchenzeile oder einem Handwaschbecken, bezeichnet. Auf einer Höhe von z.B. 70 cm beginnend kann in einer Küche bis hinter den Hängeschrank oder im Bad bis oberhalb des Spiegels gefliest werden, so ist die Wand in diesem Bereich mechanisch geschütz und bei Verschmutzung leicht zu reinigen.


Fliesenverlegung

Verfahren zur Herstellung keramischer Wand- und Bodenbeläge. Man unterscheidet zwischen Dünnbettverlegung und konventioneller Verlegung (Dickbettverlegung).


Fließbett

Jede Fliese einzeln mit Kleber zu versehen, wäre – gerade bei großen Flächen – zu langwierig. Stattdessen wird der zementäre Fließbettkleber erst großflächig mit einer dem Fliesenformat entsprechenden Zahnkelle ausgestrichen und durchkämmt und dann die Fliesen in dieses Fließbett eingedrückt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass viele Kleber nur kurze Zeit frisch bleiben. Das Fließbett sollte somit nicht zu groß angelegt werden.

Fließbettkleber stellt eine Weiterentwicklung des Dünnbettmörtels dar. Besonders in Bereichen, in denen eine optimale Verlegung der Fliesen erforderlich ist, zeigen sich die Vorteile dieses Spezialmörtels: Als Fließbett aufgetragen mit einer Zahnkelle verfügt der Kleber zunächst über eine gute Standfestigkeit. Sobald jedoch die Fliese eingedrückt wird, bewirken die Zutaten in der Rezeptur ein Zerfließen des Mörtels. Hohlräume unterhalb der Fliese werden fast komplett geschlossen.


Fließestrich

Durch die Verwendung von fließfähigem Estrichmörtel ist eine einfache und schnelle Estrichverlegung möglich. Dabei wird ein vorgefertigter Trockenmörtel an der Baustelle durch Mischpumpen mit Wasser vermengt und über einen Schlauch ins Gebäudeinnere geleitet. Dort wird der zähflüssige Estrich ausgebreitet. Der Vorteil eines Fließestrichs ist, dass sich körperlich anstrengende Arbeitsschritte wie das Abziehen der Oberfläche oder die Verdichtung durch Stampfen oder Klopfen entfallen. Das Gemisch ist flüssig genug, um sich selbst zu einer ebenen Fläche zu nivellieren. Fließestriche gibt es in allen denkbaren Werkstoffen (Anhydrit, Magnesia, Zement oder Gussasphalt). Ferner eigenen sie sich hervorragend als dünne Ausgleichsmasse, um bei Sanierungsarbeiten – z. B. nach dem Abschlagen alter Fliesen – den noch funktionsfähigen Altestrich einzuebnen.


Floating Verfahren

Ausführungsarten des Dünnbettverfahrens nach DIN 18157-Teil 1 Ziffer 7.3.1 mit Klebeauftrag auf der Verlegefläche.


Flussmittel

Natürliche, kristalline Mineralien, die das Schmelzverhalten von anderen Stoffen so beeinflussen, dass diese in eine Schmelzphase übergehen. Flussmittel sind Rohstoffe und chemische Verbindungen, die Natrium, Kalium, Lithium, Magnesium oder Kalzium enthalten. Die entsprechenden Rohstoffe sind in der Regel Hartstoffe.


Flusssäure

Stark ätzende Säure, die fast alle Stoffe (z. B. auch Glas) angreift. Flusssäure oder flusssäurehaltige Reinigungsmittel sollten niemals zur Reinigung von Keramik benutzt werden.


Formgebung

Je nach Art der Formgebung unterscheidet man bei keramischen Erzeugnissen:

    A: Stranggepresste Fliesen und Platten
    B: Trockengepresste Fliesen und Platten
    C: Nach anderen Verfahren (wie z. B. Gießen) hergestellte Fliesen und Platten


Formteil

Dienen der Gestaltung von Ecken und Kanten im Schwimmbadbau und in Küchen und Bädern. Die Herstellung von Formteilen erfolgt im Gießverfahren und erfordert besondere Sorgfalt und Aufsicht bei der Herstellung, damit sie die vorher berechnete Dimension erhalten. Dies erklärte ihren vergleichsweise hohen Preis.


Fries

Der verzierte obere Rand einer Wandfläche wird als Fries bezeichnet. Es gibt aber auch waagerechte und senkrechte Schmuckstreifen, im einfachsten Fall schmale, farblich abgesetzte Linien, die ebenfalls Friese genannt werden. Mit einem Fries kann demnach eine Wand gegliedert werden, oder er ist analog dazu ein Gestaltungsmittel für Fußböden mit Fliesen- oder Natursteinbelag. Friese können dabei auch aus anderen Werkstoffen bestehen.


Frisch in Frisch Verlegung

Die Frisch in Frisch Verlegung stellt eine Variante der Dickbettverlegung dar. Die früher häufig praktiziert wurde. Bei dieser Verlegeart wird keine Lastverteilungsschicht eingebaut, da der Verlegemörtel gleichzeitig die Funktion der Lastverteilungsschicht übernimmt.

Diese Art der Verlegung wird in technischen Merkblättern kritisch bewertet, da es schwierig ist, eine ausreichende Verdichtung des Mörtelbettes zu erzielen. Falls notwendig, sollte diese Verlegemethode möglichst nur auf kleine Flächen zur Anwendung kommen.


Fritte

Verschmolzene Spezialglasur, die in der Form von Granulat vorliegt. Sie dient als Rohstoff für Glasuren.

Frostbeständigkeit

Frostbeständigkeit ist das Hauptkriterium für die Verwendung von Fliesen im Außenbereich. Ist für Steingutfliesen und Feinsteinfliesen nach DIN 14411 gefordert.

Frostsicherheits-Garantie

Mit hochwertigen keramischen Belägen können auch Garagen und Eingänge oder Außenbereiche wie Terrassen und Balkone richtig wohnlich gestaltet werden. Der Hersteller gewährt die Garantie auf Frostsicherheit und hat diese Fliese entsprechend gekennzeichnet. Alle diese Beläge entsprechen der Norm E 176 und sind frostbeständig nach EN 2002.
Achtung: Unsachgemäße oder die Verlegung auf mangelhaftem Untergrund kann auch bei normgerechten Fliesen Frostschäden verursachen!


Fugen

Fugen dienen dem Ausgleich materialbedingter zulässiger Abweichungen der Kantenlängen und der Rechtwinkligkeit von den angegebenen Herstellmaßen. Die Fugenbreite ergeben sich im Allgemeinen aus der Differenz der Nennmaße und Herstellmaß und sind in den Verlegenormen als Empfehlung vorgegeben.

Empfohlene Fugenbreite:
Kantenlänge bis zu 100 mm:        etwa 2 mm
Kantenlänge von 100 bis 200 mm:    etwa 3 mm
Kantenlänge von 200 bis 600 mm:    etwa 4 mm


Fugenanordnung

Die Anordnung der Fugen tragen zur Haltbarkeit des Außenbelages bei. Grundsätzlich gilt, dass eine Verlegung im Fugenschnitt mehr Spannungen aufnehmen kann, als eine Verlegung im Verband, bei der die Fugen nicht vollständig durchläuft. Spannungen entstehen z. B. durch starke Temperaturwechsel.


Fugenmasse

Bei einer Fugenmasse handelt es sich um eine dauerelastisches Material wie z. B. Silikon, Kitt oder synthetischem Kautschuk. Im Unterschied zum Fugenmörtel wird Fugenmasse hauptsächlich für technische Fugen verwendet.


Fugenmörtel

Feine Zementmörtel, die speziell für den Bodenbereich durch Beimengung von Kunstharzzuschlägen eine höhere Abriebs- und Biegegestigkeit erreichen, werden auch als Fugenmörtel bezeichnet.


Fugenschnitt

Für eine einheitliche Wirkung werden Fliesen und Platten (auch mit unterschiedlichen Formaten) mit durchgehender Fuge, im so genannten Fugenschnitt, verlegt. Als weiteres Gestaltungsmittel wird das verlassen des Fugenschnitts angewendet, wie
z. B. um eine halbe Fliesenlänge versetzte.

 

G


Gabbro

Im Natursteinhandel werden Gabbros meist als Granite bezeichnet. Dies ist nicht korrekt, da in DIN 12440 Naturstein – Kriterien für die Bezeichnung eine genaue petrografische Einordnung von Natursteinen gefordert wird. Im Gegensatz zu den echten Graniten sind Gabbros wesentlich dunkler, bis hin zu schwarzen Farbtönungen. Schwarze Granite gibt es generell nicht. Hinsichtlich ihrer technischen Gebrauchseigenschaften sind diese Steine jedoch mit Graniten vergleichbar. Bei der Verlegung als polierte Bodenbeläge kann sich aufgrund des optischen Erscheinungsbildes während der Nutzungsdauer eine Abschwächung des Politurglanzes in Laufstraßenabzeichnung. Bei einigen Sorten ist beim Absäuern nach dem Verfugen Vorsicht geboten. An unbekannten Sorten sollten Vorversuche durchgeführt werden.


Gatterblock

Bei der Gewinnung und Verarbeitung von Natursteinen ist zwischen den beiden Begriffen Gatter- und Rohblock zu unterscheiden. Als Rohblock wird der erste große Stein bezeichnet, nachdem dieser aus dem Berg gehauen wurde. Die Größe dieser Blöcke steht in Abhängigkeit von der Natursteinart, den geologischen Bedingungen vor Ort, der Vorgehensweise bei der Gewinnung und vielen anderen Faktoren. Rohblöcke können mithilfe von sehr unterschiedlichen Werkzeugen entstehen.

Der fälschlich als Synonym verwendete Begriff Gatterblock bezeichnet ebenfalls große Natursteinblöcke, diese müssen jedoch von einer Gattersäge zugeschnitten sein. Gatterblöcke entstehen demnach aus Roblöcken, die mithilfe einer Schwungrad angetriebenen Säge bearbeitet wurden.


Gebäudetrennfugen

Gebäudetrennfugen, auch Bauwerkstrennfugen genannt, sind Bewegungsfugen, die durch tragende und nicht tragende Konstruktionsteile eines Gebäudes bzw. einer baulichen Anlage hindurchgehen, Sie müssen in keramischen Belägen und Fassadenbekleidungen an der gleichen Stelle und in ausreichender Breite übernommen werden.

Gefälle-Estrich

Um den flächigen Abfluss von Regenwasser von Balkonen, Terrassen, Auffahrten, in Duschen oder im Schwimmbeckenumgangsbereich, zu gewährleisten, muss der Estrich (in der Regel Zementestrich) in diesen Bereichen mit einem Gefälle konstruiert werden. Der Neigungswinkel sollte dabei zwischen 1-2 % liegen, was einem Höhenunterschied von 1-2 cm pro laufendem Meter entspricht. Dadurch ist sicher gestellt, dass das abfließende Wasser auch eine spülende Funktion hat und Schmutzpartikel mit abführt.


Gemischte Bahnenware

Ein Naturstein-Bodenbelag wird als gemischte Bahnenware bezeichnet, wenn Bahnen unterschiedlicher Breite verbaut sind. Die Abfolge erfolgt jeweils im Wechsel, sodass sich zwischen den einzelnen Bahnen durchgehende Lagerfugen bilden. Übliche industriell vorproduzierte Bahnenbreiten sind 20, 25, 30 oder 40 cm. Es sind jedoch auch beliebige andere Breiten möglich. Bei Ausschreibungen sollte jeweils der prozentuale Anteil der einzelnen Breiten angegeben werden.


Glasur

Spezialglas, das als etwa 0,1 mm dicke Schicht auf einem Steingut- oder Steinzeugscherben liegt.


Glasurrisse (Haarrisse)

Feine, nicht durch den Scherben gehende Risse in der Glasur. Diese entstehen meistens durch dehnungsvorgänge im Scherben. Der Widerstand gegen Glasurrisse ist bei Steingut- und Steinzeugfliesen gefordert. Glasuren, die zur Glasurrissbildung (Craquelebildung) neigen, werden vom Hersteller gekennzeichnet.


Gneis

Gneise sind bezüglich ihres Chemismus den Graniten sehr ähnlich. Bei vielen der bunten und stark texturierten Granite, die im Handel angeboten werden, handelt es sich aus petrografischer Sicht um Gneis. Der Unterschied besteht in erster Linien in der Art der Entstehung. Während sich Granite durch langsame Abkühlung von magmatischen Schmelzen bildeten und somit ein gleichmäßiges Erscheinungbild aufweisen, wurden Gneise aus bereits bestehenden Gesteinen durch Umwandlung gebildet. Starker Druck und hohe Temperaturen sind für ihr heutiges Erscheinungbild verantwortlich.

Granulit

Im Natursteinhandel werden Granulite meist als Granite bezeichnet. Im Gegensatz zu „echten“ Graniten weisen sie deutlich sichtbare Granate auf. Diese stellen sich meist in Form rundlicher, brombeerfarbener Gemengteile von ca. 0,5 – 1,0 cm. Durchmesser dar. Gelegentlich kann es durch Mineralumwandelung zu Ausrostungserscheinungen kommen. Bei den Granuliten handelt es sich um metamorphe Gesteine.


Grobkeramik (Baukeramik)

Klinker, Ziegel und Töpferware, die im wesentlichen aus Tonen und Sanden hergestellt werden. Stranggepresste Fliesen und Platten fallen ebenfalls unter Grobkeramik. Sie werden in der DIN 14411 AIa und AIb näher beschrieben. Stranggepresstes Material eignet sich besonders zur Verlegung im Außenbereich.


Grundierung

Anstrich zur Vorbehandlung der Ansetz- oder Verlegeflächen von dem Auftragen des Mörtels oder des Klebestoffs.

 


H


Halbsteinzeug

Traditioneller Begriff für keramische Fliesen mit einer Wasseraufnahme zwischen 3 und 6 bzw. zwischen 6 und 10 %.


Handmalerei

Eine aufwendige Dekortechnik, bei der Fliesen vor dem Dekorbrand von Hand bemalt werden.


Hartstoffe

Eine der beiden Hauptgruppen der Rohstoffe von Keramik (siehe auch Magermittel und Flussmittel)


Heizestrich

Heizungsrohre für Fußbodenheizungen werden in einem Heizestrich verlegt, dabei können sie innerhalb des Estriches liegen, innerhalb der Dämmung oder in einer eigenen Estrichausgleichschicht. Ein konventioneller Estrich muss dabei eine Dicke von 4,5 cm über den Rohren aufweisen, moderne Systeme kommen auch mit weniger Überdeckung aus.


Herstellmaß

Das Herstellmaß gibt an, mit welchen Abmessungen eine Fliese tatsächlich gefertigt wird. Bei der Anlage von Fugenplänen ist darauf zu achten, ob es sich bei den Größenangaben der Produzenten von keramischen Fliesen und Platten um Herstellmaße oder um Nennmaße handelt. So kann beispielsweise die Angabe einer Fliesengröße das Nennmaß 15 x 15 cm aufweißen. Das Herstellmaß könnte in diesem Fall jedoch nur 14,7 x 14,7 cm betragen, wenn von Produzenten dir Breite der Fuge bereits abgezogen wurde.


High Traffic

High Traffic ist die Bezeichnung verschiedener Hersteller für Fliesen der
Abriebgruppe V.

 

Hohlkehlsockel

Innenecken am Sockel von Nassräumen oder Räumen, die Hygienestandards erfüllen müssen (Großküchen, Lebensmittelindustrie, Krankenhäuser u. a.), werden konkavgerundet ausgebildet, um eine leichtere Reinigung zu ermöglichen. Für diesen Zweck gibt es eigens geformte Sonderfliesen, die jedoch den Nachteil haben, dass sie über der Hohlkehle leicht brechen. Ursachen für den Bruch können zum einen Dilationen im Wand- und/oder bodenbereich sein, aber auch zu starke Belastungen wärend der Nutzung oder bei der Reinigung.


Hydraulische Bindemittel

Hydraulische Bindemittel sind Materialien, die durch eine chemische Reaktion mit Wasser aushärten. Dadurch können sie sich auch „unter Wasser“ verfestigen. Die Härtung erfolgt dabei irreversibel, das Material ist wasserbeständig.


Hydrotect-Oberflächenveredelung

Durch die Hydrotect-Oberflächenveredelung wird eine Fliesenoberfläche mit keimtötender und wasserentspannender Wirkung erzielt. Es handelt sich dabei um eine Fliesenglasur, die durch Beschichtung mit Titandioxid photokalytische Prozesse auslöst. Die Reaktion wird durch Licht, Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit in Gang gesetzt. Es kommt zu einer Oxidation von Mikroorganismen wie Bakterien, Vieren und Pilzen im oberflächennahen Bereich der Fliese. Neben der Keimtötung bewirkt die Katalyse auch eine Herabsetzung der Oberflächenspannung des Wassers.

Hygiene

Fliesen sind hygienisch als absolut einwandfrei zu bezeichnen. Dank der keramischen Oberfläche lassen sie sich einfach sauber halten, Bakterien, Pilzsporen und andere Krankheitserreger haben keine Chance, sich hier anzusiedeln.

 

I


Imprägnierung

Nachbehandlung von unglasiertem Feinsteinzeug zur Verbesserung der Fleckbeständigkeit.


Industrieboden

Für Industrieböden sind nur bestimmte Bodenarten geeignet, z. B., Estriche wie Kunstharz-Estriche-, Magnesia-Estriche aber auch Zementestriche. Sie unterliegen ihrer Nutzung entsprechend besonderen Ansprüchen und Belastungen, weshalb ihre Komponenten entsprechend widerstandsfähig (Abriebsfestigkeit, Druckfestigkeit, Biegefestigkeit usw.) sein müssen.


K


Kachel

Kachel ist umgangssprachlich eine andere Bezeichnung für Fliesen. Unter Fachleuten versteht man darunter gegossene Keramik für Öfen.


Kaliber

Bei Bodenfliesen wird unter anderem nach Kaliber (Größe) unterschieden, da durch den Brennprozess leichte Schwankungen in der exakten Größe auftreten, die aber im Rahmen der Norm zulässig sind. Die wird jeweils seitens der Hersteller an die Nuancenkennzeichnung angehängt. Innerhalb eines Belages sollte man stets auf das gleiche Kaliber achten um ein regelmäßiges Fugenbild zu gewährleisten.


Kalibriert

Kalibriert bedeutet, nach Kaliber sortiert. Die Keramikplatte wird nach dem Brennprozess vermessen und dann entsprechend der Größe sortiert. Innerhalb der gleichen Produktionseinheit liegen damit verschiedene Lose vor, die zwar unter sich (innerhalb der branchenüblichen Toleranz) gleich groß sind, sich aber gegenüber anderen Losen des gleichen Produktes in der Größe klar unterscheiden können.
Beispiel: 20 x 20 cm kann bedeuten, dass ein Los „nur“ 19,8 x 19,8 cm oder
19,9 x 19,9 cm groß ist.


Kaolin

Mineralisches Sedimentgestein, das durch Verwitterung von Feldspäten entsteht. Wichtiger Rohstoff für die Keramik.

Feldspart
Natürlicher Rohstoff mineralischer Natur für die Fliesenherstellung. Dient als Flussmittel.

Flussmittel
Natürliche, kristalline Mineralien, die das Schmelzverhalten von anderen Stoffen so beeinflussen, dass diese in eine Schmelzphase übergehen. Flussmittel sind Rohstoffe und chemische Verbindungen, die Natrium, Kalium, Lithium, Magnesium oder Kalzium enthalten. Die entsprechenden Rohstoffe sind in der Regel Hartstoffe.

Hartstoffe
Eine der beiden Hauptgruppen der Rohstoffe von Keramik. (siehe auch Magerungsmittel und Flussmittel).

Magerungsmittel
Rohstoffe für die Fliesenherstellung, die zur Gruppe Hartstoffe gehören, wie z. B. Quarzsand und Schamotte.

Schamotte
Feuerfestes Erzeugnis aus tonerdehaltigen Mineralien, die als Brennhilfsmittel wie
z. B. Brennkapseln oder Schamottesteine für Ofenausauerungen verwendet werden. Darüber hinaus werden auch zerkleinerte Brennhilfsmittel und gebrannte Tone und Kaolin als Schamotte bezeichnet. Sie werden als spezielle Rohstoffe für keramische Erzeugnisse verwendet und dienen der Verbesserung der Feuerfestigkeit.


Kehlsockel

Die keramische Industrie bietet Formteile an, mit denen man Hohlkehlungen, Abschrägungen und Ecken legen kann.


Keramik (Baukeramik)

Oberbegriff für Baustoffe, die aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und gebrannt werden. Man unterscheidet zwischen den beiden Werkstoffeigenschafen

  1. Hohe Wasseraufnahme
  2. Niedrige Wasseraufnahme

Bei der ersten Gruppe, wozu die Steingutfliesen gehören, ist der Scherben porös, die Poren offen, er ist nicht forstbeständig und hat einen dumpfen Klang. Dieser Scherben kann mit den verschiedensten Techniken verziert werden und ist grundsätzlich glasiert.

Zur zweiten Gruppe gehören die Steinzeugfliesen. Sie bestehen aus einem Scherben mit niedriger Wasseraufnahme. Dieser Scherben ist dich, hat geschlossene Poren, ist frostbeständig und hat einen hellen Klang. Steinzeugfliesen gibt es in glasierter und unglasierter Form (siehe auch Anwendungsbereich und Keramische Fliesen).


Keramische Fliesen

Dünne Platten, die als Belag für Böden oder Verkleidung für Wände verwendet werden. Diese sind klassifiziert in die Gruppen:

        a)  Straggepresste Platten
        b)  Trockengepresste Platten
        c)  Nach anderen Verfahren (wie z. B. „Gießen) hergestellte Fliesen

Die Trockengepressten Fliesen sind wiederum klassifiziert nach der Fähigkeit zur Wasseraufnahme, wobei hier wieder zwischen glasierten und unglasierten Fliesen unterscheiden wird.


Keramische Versiegelung

Keramische Versiegelung ist ein spezieller Herstellungsprozess, bei dem die Oberfläche des unglasierten Steinzeuges so dicht wird, dass sie fleckbeständig ist. Eine Nachbehandlung mit Imprägniermitteln darf hier nicht vorgenommen werden, weil Imprägnierungsflüssigkeit nicht mehr in die Keramik eindringen kann und so als schmutzbinder Film auf der Oberfläche verbleibt.


Kiesbett

Die Verlegung im Kiesbett wird häufig bei Terrassenbelägen angewandt. Voraussetzung ist, dass die lose verlegten Platten über ein ausreichendes Eigengewicht verfügt, damit sie nut verrutschen. In DIN 18332: VOB Vergabe. Und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbindungen für Bauleistungen (ATV) – Naturwerksteinarbeiten ist für die lose Verlegung von Natursteinplatten eine Mindestdicke von 3 cm und eine Mindestfläche von 0,16 m² vorgeschrieben. Die Kantenlänge der Platten dürfen dabei 30 cm nicht unterschreiten. Das heißt 30 x 30 cm große Platten dürfen auf diese Art nicht verlegt werden, da sie nur 0,09 m² Fläche ergeben.

Keramische Platten für derartige Verlegungen werden von verschiedenen Herstellern bereits als Elemente vorgefertigt. Dabei sind meist mehrere Platten auf einem Tragelement aufgebracht. Die einzelnen Elemente werden lose mit offenen Fugen verlegt. Wasserführung und Abdichtung kommen dabei eine zentrale Bedeutung zu.

Klebernorm

Die neue Norm für „Mörtel und Klebstoffe für Fliesen und Platten“ - EN 12004 kennt drei grundsätzliche Typen von Mörtel:

    C:         Zementhaltiger Mörtel
    D:         Dispersionsklebestoff
    R:         Reaktionsharz Klebestoff

Jede dieser drei Klebetypen kann zu einer der beiden Klassen gehören:

    1:         Mörtel oder Klebstoff für normale Anforderungen
    2:         Mörtel oder Klebstoff für erhöhte Anforderungen

Zusätzlich kann für jede der beiden Anforderungsklassen (1 oder 2) noch eine besondere Zusatzanforderung definier sein:

    F:         Schnell erhärtender Mörtel
    T:         Mörtel mit verringertem Abrutschen
    E:         Mörtel mit verlängerter Offenzeit

Daraus ergeben sich z. B.:

    C1F:        Schnell erhärtenden zementhaltiger Mörtel
    C2T:        Zementhaltiger Mörtel für erhöte Anforderungen mit zusätzlich                 verringertem Abrutschen
    C2FTE:    Schnell erhärtender zementhaltiger Mörtel für erhöhte                     Anforderungen mit zusätzlich verringertem Abrutschen und                 verlängerter Offenzeit


Klebstoff (Kleber)

Ansetz- und Verlegewerkstoffe, bei denen durch Verdunstung des enthaltenen Wassers oder durch eine chemische Reaktion mehrere Kunststoffkomponenten erhärten (siehe auch Dünnbettverlegung).


Klinker

Unter Klinker versteht man Ziegel und Platten aus grobkeramischem Ton, der durchgefärbt aber unglasiert ist. Sie können gelb bis rotbraun sein und werden überwiegend für Fassaden von Wohnhäusern genutzt.


Kominiertes Verfahren

Ausführungsart des Dünnbettverfahrens nach DIN 18157-Teil 1 Ziffer 7.3.3 aus einer Kombination zwischen Buttering- und Floating- Verfahren mit Klebeauftrag sowohl auf dem Verlegegrund wie auch auf der Fliesenrückseite. Dieses Verfahren wird dann bevorzugt, wenn die Erzielung einer weitgehenden Klebereinbettung der Fliesen gefordert wird, wie z. B. bei mechanisch hoch beanspruchten Bodenbelägen, Belägen im Außenbereich oder Schwimmbecken.


Koordinierungsmaß

Das Koordinierungsmaß C betrifft das Verlegen von Fliesen und Platten: Es ergibt sich aus dem Wekmaß W und der Fugenbreite J.


Korrigierzeit

Korrigierzeit ist die Zeitspanne, in der die Fliese in der frischen Kleberbettung hingerichtet werden kann ohne Haftung zu verlieren.


Kreuzfuge

Beim Verlegen auf Kreuzfuge treffen Stoß- und Lagerfuge in einem Punkt aufeinander. Diese Art der Verlegung findet sich im Bodenbereich meist bei quadratischen Platten. Im Wandbereich sind auch häufig rechteckige Platten auf Kreuzfuge verlegt.

Für Verlegung auf Fußbodenheizung wird in technischen Merkblättern des Zentralverband des Deutschen Baugewerbes bei großformatigen Bodenplatten
(größer 0,1 m²) eine Verlegung mit durchlaufender Fuge (Kreuzfuge) empfohlen.


L


Laufstraßen

Laufstraßen sind Zonen mit vermehrtem Glanzverlust auf stark frequentierten, glasierten keramischen Belägen oder polierten Natursteinbelägen. Die Bildung von Laufstraßen wird durch Gesteinspartikel (Splitt etc.), die dam Schuhwerk anhaften, beschleunigt. Zusätzlich wird der Schmutzeintrag und die Schmutzanlagerung durch die Erhöhung der Oberflächenrauheit in diesen Zonen begünstigt. Wirkungsvolle Schutzmaßnahmen ist die Anordnung von ausreichend dimensionierten Sauberlaufzonen in den Eingangsbereichen. Bei polierten Natursteinbelägen besteht die Möglichkeit, Laufstraßen örtlich einzuschleigen und somit den ursprünglichen optischen Zustand wiederherzustellen.


Lebensdauer

Die Lebensdauer von Fliesen ist außergewöhnlich hoch und in der Regel nur durch modische Geschmacksveränderung begrenzt. Diese Tatsache trägt auch nur zur Entlastung der Umwelt bei.


Lichtechtheit

Keramische Fliesen sind, im Gegensatz z. B. zu Kunststoffen, licht- und farbbeständig.


Lieferzeit

Es sollte daran gedacht werden, dass es unmöglich ist, alle lieferbaren Sorten lagermäßig zu führen. Deshalb müssen unter Umständen Lieferzeiten von 3 Tagen bis zu 4 – 6 Wochen in Kauf genommen werden. Es ist deshalb ratsam, dass sich der Interessent rechtzeitig um die Fliesenauswahl bemüht.


Lose Verlegung

Lose Verlegung ist gerade für dickere keramische oder für Natur- oder Betonwerksteinplatten eine Alternative zur festen Verlegung. Hierbei werden die Platten in einem Splitt- oder Kiesbett bzw. auf Stelzlagern verlegt.

 

M


Magerungsmittel

Rohstoffe für die Fliesenherstellung, die zur Gruppe der Hartstoffe gehört, wie z. B. Quarzsand und Schamotte.


Magmatische Gesteine

Magmatische Gesteine sind aus glutflüssigem Magma durch Erhärtung entstanden. Die Geschwindigkeit der Abkühlung ist für das spätere Erscheinungsbild entscheidend.
Tiefengesteine, wie beispielsweise Granit, bildeten sich aus Gesteinsschmelze der es nicht gelangen, die Erdkruste zu durchdringen. Konnte die Schmelze die Erdkruste durchdringen, so spricht man von Vulkaniten.

Neben der Magmatite unterscheidet man zwei weitere Gesteinshauptgruppen: die Sedimentgesteine und die Metamorphiten.


Majolika

Bei Majolika handelt es sich um Keramik oder Steingut, das mit einer deckenden weißen Zinnglasur überzogen ist und anschließend mit leuchtenden Farben bemalt ist. Im 15. Jahrhunderte vor allem in Italien verbreitet, kann diese traditionsreiche und aufwendige Keramik Jahrhunderte überdauern, ohne dass die Farben ihren Glanz verlieren.
Verwendung fand Majolika hauptsächlich für hochwertige Gefäße und Töpferwaren, wurde aber auch für die Herstellung von Kacheln für Zimmeröfen und für Schmuckfliesen, früher auch für Bodenfliesen eingesetzt.

Die charakteristisch bunte Bemalung der Majolikafliesen besteht aus verschiedenen Pigmenten auf Metalloxidbasis. Häufig eingesetzte Farben sind: Grün (aus Kupfer), Blau (aus Kobalt), Violett (aus Mangan) und Orange (aus Antimon und Eisen). Wird auf Glasur und Bemalung verzichtet, handelt es sich um Terracotta.

Da die farbintensiven Glasuren die hohen Temperaturen, die der Scherben zur Sinterung benötigt, nicht vertragen, wird zunächst der unglasierte Formling bei hoher Temperatur gebrannt, dann glasiert und nochmals gebrannt. Dieses Verfahren heißt Doppel- oder Zweibrand, Feinglasur oder Bicottura. Gelegentlich werden die Fliesen noch mit einer weiteren Glasur versehen, um die Farben noch leuchtender zu machen. Aufgrund der hohen Prosität (15 – 25 %) sollten sie nur an Wänden in Innenbereich zum Einsatz kommen.

Eine andere Bezeichnung für Majolika ist der Begriff Fayencen, der aus dem französischen stammt und von dem Namen der italienischen Stadt Faenza abgeleitet ist.


Mengenermittlung

Nach der Entscheidung für eine bestimmte Fliesenserie, wird ein Verlegeplan erstellt, der als Grundlage zur genauen Mengenermittlung (Anzahl der Grundfliesen, Dekore, Bordüren, Sockel und Treppenfliesen etc.) dient. Bei Bodenflächen, die diagonal verlegt werden, sollte man einen Verschnitt von ca. 10 % berücksichtigen. Alle anderen Verlegeformen erfordern ca. 5 bis 7 %.


Metalleinlage

Hinsichtlich Dicke und Format abgestimmte Einlagen aus Metall (Messing, Aluminium oder nicht rostendem Stahl) aus einer durch Abkanten hergestellten Matallkassette mit einem kraftschlüssig damit verbundenen Kunststsoffkern zur Herstellung von Kombinationsbelägen mit Fliesen. Die Verlegung erfolgt in der Regel gemeinsam mit den dazugehörigen Fliesen im Dünnbettverfahren. Veränderungen in der Oberfläche sind durch die spätere Nutzung der Beläge möglich.


Migmatit

Im Natursteinhandel werden Migmatite meist als Granite bezeichnet. Dies ist nicht korrekt, da in der DIN EN 12440: Naturstein – für die Bezeichnung eine genaue petrografische Bezeichnung von Natursteinen gefordert wird. Im Gegensatz zu „echten“ Graniten verfügen Migmatite jedoch über ein weitaus größeres Farbspiel. Die Bemusterung mittels eines Handmusters ist in der Regel nicht möglich, da Migmatite sehr große Farb- und Texturschwankungen aufweisen. Diese magmatischen Gesteine bestehen aus einem älteren, dunklen Gesteinsteil (Paläsom), in den jüngere, helle, magmatische Schmelze (Neosom) eingedrungen sind.


Mindersortierung

Im Aussehen und Qualität geringfügig beeinträchtigte Fliesen werden vom Hersteller als Mindersortierung ausgewiesen und preiswerter verkauft, jedoch ohne jede Gewährleistung.


Mittelbettkleber

Als Mittelbettkleber bezeichnet man spezielle Fliesenkleber, die vollflächig mit Schichtstärken bis zu 15 mm aufgetragen werden.
Gerade zur individuellen Gestalltung im eigenen Badezimmer werden immer häufiger großformatige Fliesen verwendet. Diese lassen einen Raum geräumiger erscheinen. Wegen ihrer Maße und ihrem hohen Gewicht können diese Fliesen aber nicht mit herkömmlichen Fliesenkleber verarbeitet werden. Mittelbettkleber gleichen zusätzlich auch unebene Untergründe aus.


Modulare Fliesen

Fliesen, deren Nennmaß sich aus Herstellermaß (Fabrikationsmaß) und Fugenbreite zusammensetzten.

Beispiel:
Fabrikationsmaß: 97 x 197 mm
Fugenbreite: 3 mm
Modulmaß: 100 x 200 mm
Nennmaß: 10 x 20 cm

Die Eigenschaft „modular“ wird Fliesen auch zugeschrieben, wenn sie - wie beispielsweise bei Keramik/Naturstein-Kombinationen – in allen Maßen
(Breite/Länge/Dicke) aufeinander abgestimmt sind.


Monokalibriert

Monokalibriert bedeutet, es gibt nur ein Kaliber. Nach dem Brennprozess wird die Fliese durch ein präzises Zuschneiden auf das selbe Kaliber (Maß) zugeschnitten oder geschliffen. Somit können unterschiedliche Formate gemischt und verlegt werden (Mischbeläge/Verbände).


Mosaik

Als Mosaik bezeichnet man die handgeschlagenen und gesetzten Fliesenbilder. So werden auch Steinzeugfliesen mit einer Kantenlänge von weniger als 10 cm benannt.
Mosaike gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Materialien (Keramik, Glas, Naturstein etc.) und Oberflächen sowie Designs. Sie eigenen sich besonders für Bodengleiche Duschen, oder farbenfrohe Akzente in einem Fliesenbelag.


Mörtel

Mischung aus Zement, Sand und Wasser. Dient zur Verlegung im klassischen Dickbettverfahren. Wird heute kaum noch eingesetzt.


Mörtelbatzen

Bodenplatten auf Terrassen oder Balkonen sind gelegentlich auf Mörtelbatzen verlegt. Dabei wird jeweils ein frischer Mörtelbatzen in eine Plastiktüte verfüllt und an den Eckpunkten der Platten verlegt, sodass innerhalb der Felder jewels vier Platten auf einem Mörtelbatzen lagern. Durch Eindrücken der Platten in den frischen Mörtel kann die Höhenlage der einzelnen Platten vor Einsetzen des Abbindeprozesses reguliert werden. Dies ist im Vergleich zur Verlegung auf Stelzlagern eine preiswerte Art der Verlegung.

Im Vergleich zur Verlegung auf Kiesbett sind die Flächengewichte der Konstruktion wesentlich geringer. Ein Nachteil besteht darin, dass sich durch langandauernde Durchfeuchtungen der Mörtelbatzen dunkle Ränder an den Auflagerpunkten während der jeweiligen Trocknungsphasen abzeichnen.

 

N


N/mm²

Diese physikalische Größe gibt die Belastungsgrenzen verschiedener Parameter wie z. B. Druckfestigkeit oder Biegefestigkeit für Fliesen und Estriche sowie die Adhäsion von Mörtel und Klebern an. N steht für Newton (nach dem britischen Physiker Isaac Newton benannt):

N = F = (kg x m)/s, also Kraft = (Gewicht x Weg)/Zeit.

Bei einem Wert von 12 N/mm² bedeutet dies, dass pro mm² Fläche eine Kraft von maximal 1,2 kg auf die Oberfläche von Fliese und Estrich einwirken kann, ohne Schäden zu verursachen. Auf 1 dm² (= 10 cm x 10 cm, z. B. eine kleine Fliese) hochgerechnet kommt man dann schon auf 12 Tonnen, bei 1 m² wären es sogar 1200 Tonnen.


Nassraum

Als Nassraum werden alle Bereiche im Privathaus oder Gewerbe verstanden, in denen regelmäßig große Mengen Wasser sowohl in Gas- (Wasserdampf) als auch in Flüssigform auftreten. In solchen Räumlichkeiten – Badezimmer, Hallenbad, Sauna, Laboratprien, Großküchen, Lebensmittelverarbeitung usw. -  müssen Boden und Wände entsprechend sorgfältig abgedichtet sein und es miss für einen zügigen Ablauf, z. B. durch Gefälle – Estrich, gesorgt werden. Aufrgund hoher Hygieneanforderungen sind Nassräume zur leichteren Reinigung üblicherweise mit Fliesen ausgekleidet, im gewerblichen Bereich müssen die Innenecken zudem mit Hohlkehlprofilen abgerundet werden.


Natursteine

Natursteine können in Farbe, Stärke und Bearbeitung nicht ganz einheitlich geliefert werden. Natürliche und bearbeitungsbedingte Abweichungen so wie Quarzstellen, Poren, Einsprennungen und offene Stellen berechtigen nich zur Beanstandung, sowie sie das Gesamtbild und die Funktionalität des Belages nicht wesentlich beeinträchtigten. Viele Natursteine eignen sich auf für den Außenbereich. Vorsicht ist jedoch geboten, da einige Natursteinsorten unter Wassereinfluss zu Verfärbungen und Ausblühungen neigen. Mit entsprechenden Verlegemethoden und -materialien lässt sich solchen unerwünschten Nebenwirkungen verbeugen.

Natursteinplatten

Natursteinplatten sind Werkstücke aus natürlichen Steinen wie beispielsweise Sandstein, Granit oder Marmor mit einer Dicke von mehr als 21 Millimeter. Liegt die Dicke darunter, so spricht man von einer Natursteinfliese. Natursteinplatten können als Belag für Böden oder auch als Fassadenelemente verwendet werden.

Die physikalischen Eigenschaften von Natursteinplatten sind der Anzahl der Steinsorten entsprechend breit aufgestellt, es gibt für nahezu jede Anforderung auch den geeigneten Naturstein. Er ist unbrennbar und benötigt weder Imprägnierung noch Beschichtungen oder Schutzanstriche. Jedoch können Natursteinplatten durch Schliff und/oder Politur eine Veredelung erhalten.

Natursteinplatten werden als Böden auch heute noch häufig im Dickbettverfahren verlegt, besonders im Außenbereich bei Weg- und Terrassenbau.


Nennmaß

Eine 20er Fliese hat beispielsweise das Nennmaß 200 x 200 mm, hingegen ein mögliches Herstellmaß von 197 x 197 mm.


Noppenplatten

Seit Mitte der 1990er Jahren werden insbesondere an Fußgängerübergängen mit Lichtsigalanlage auch Bodenindikatoren mit Noppen eingesetzt. Noppen lassen sich nicht nur mit dem Langstock, sondern auch mit den Füßen ertasten und sind deshalb zur Warnung besonders geeignet. Die Noppen bestehen in der Regel aus Kugelkalotten oder Kegelstümpfen.


Nuance

Bei der industriellen Herstellung keramischer Fliesen entstehen geringe Farbunterschiede. Diese werden, soweit sie im Belag störend wirken, nach sogenannten Nuancen getrennt und verpackt, gekennzeichnet und geliefert. Fliesen mit unterschiedlichen Nuancen dürfen nicht zusammen verlegt werden. Um noch bestehende geringe Farbunterschiede innerhalb einer Nuance im Belag auszugleichen, sollten vor der Verlegung die Pakete überprüft und dann gemischt werden. Beanstandungen müssen vor der Verlegung der Ware angemeldet und geltend gemacht werden.


Nutzestrich

Magnesia-, Gussasphalt- aber auch kunstharzhaltige und reine Zementestriche, die in industriellen Produktions- oder Lagerhallen ohne Fußbodenbelag verbaut werden, werden als Nutzestrich bezeichnet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Druckfestigkeit, Abriebsfestigkeit, Biegefestigkeit und hohen Verschleißwiderstand aus. Die Belagsfreiheit hat den Vorteil, dass Schäden im Estrich – z. B. durch harte Stöße – unmittelbar ausgebessert werden können.

 

O


Oberflächenstruktur

Fliesenoberflächen können eine sehr unterschiedliche Oberflächenstruktur aufweisen, von glatt bis reliefiert. Dies ist durch die Wahl der Rohstoffe und der Herstellungstechnik zu beeinflussen. So ist unglasiertes (Grob-) Steinzeug naturgemäß rauer als glasiertes  Feinsteinzeug. Doch auch glasierte Fliesen können durch Wahl der Glasurzutaten oder mehrere Glasurschichten zu einem Relief werden. Gleiches gilt für engobierte, geschliffene oder mit Intarsien versehene Fliesen. Neben optischen Effekten (Lichtbrechung, Farbspiele oder Tiefenwirkung) kann die Oberflächenstrukturierung aber auch funktionell, z. B. zur Rutschhemmung oder Selbstreinigung, angelegt sein.


Oberflächenveredelung

Als Oberflächenveredelung werden technische Verfahren bezeichnet, bei denen die Struktur der Fliesenoberfläche derart manipuliert wird, dass sich ihre Eigenschaften hinsichtlich des Pflegeaufwands positiv verändern. Beispiele wären der so genannte Lotus-Effekt oder eine dauerhafte antibakterielle Beschichtung durch titandioxidhaltige Glasur.


Oberflächenverschleiß

Glasurabrieb bei glasierten Steinzeugfliesen infolge schleifender, reibender Beanspruchung.


Oktogon

Achteckfliesen, die beim Verlegen mit quadratischen Einlagen aus Keramik oder Naturstein kombiniert werden.


Orthogneis

Im Natursteinhandel werden Orthogneise meist als Granite bezeichnet. Im Gegensatz zu „echten“ Graniten verfügen Orthogneise jedoch über eine lebhaftere Textur. Bei einigen Sorten ist die Bemusterung mittels eines Handmusters nicht ohne weiteres möglich, wenn große Farb- und Texturschwankungen auftreten. Es handelt sich um metamorphe Gesteine, die aus magmatischen Gesteinen hervorgegangen sind. Hinsichtlich ihrer technischen Gebrauchseigenschaften sind sie mit Graniten durchaus vergleichbar. Meist sind die Biegezugfestigkeitswerte und die Wasseraufnahme im Verglich zu Granit etwas höher.

Ö-Norm

Regel der Technik des Österreichischen Normungsinsitutes Wien (ÖNORM) (siehe auch EN-Normen).
Fliesenverlegenormen:
ÖNORM B2207: Werksvertragsnorm für Fliesen-, Platten- und Mosaiklegearbeiten.


P


Paragneis

In Natursteinhandel wird Paragneis meist als Granit bezeichnet. Dies ist nicht korrekt, da in EN 12440 Naturstein – Kriterien für die Bezeichnung eine genaue petrografische Bezeichnung von Natursteinen gefordert wird. Im Gegensatz zu „echten“ Graniten verfügen Paragneise über eine geschieferte Textur, die im Querbruch erkennbar ist. Meist bewegen sie sich in einem grauen Farbspektrum. Sie sind aus ehemaligen Sedimentgesteinen durch Metamorphose entstanden. Paragneise sind das vorherrschende Gestein der Alpen.


Pei

Porcelain Enamel Institute. Der Pei-Test ist ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Widerstands gegen Oberflächenverschleiß von Bodenfliesen.


Pflege (Reinigung)

Fliesen sind ein dauerhafter Bodenbelag, an dem man über Jahrzehnte hinweg Freude haben kann, dennoch gibt es verschiedene Punkte, die bei der Reinigung und Pflege von Fliesen beachtet werden sollten.
Bei der Plfege ist es äußerst wichtig, die unterschiedlichen Materialgruppen der Fliesen wie Steingut, glasiertes Steinzeug und unglasiertes Steinzeug und bei Kombinationsbelägen auch die speziellen Pflegehinweise für Naturstein zu beachten.


Pilzprofile

Pilzprofile sind häufig in Natur- oder Betonwerkstein-Stufen als Antirutschprofile eingearbeitet. In einigen Fällen sind diese Profile durchlaufend, meist enden sie jedoch vor den Stufenköpfen. In diesen Fällen ist darauf zu achten, dass die Profile sauber eingearbeitet werden, da sich die Profilenden ansonsten bei unsachgemäßer Verarbeitung vom Untergrund lösen.


Platten

,,Platten'' ist die Bezeichnung für grobkeramische Fliesen, die aus plastischer Masse durch Strangpressen hergestellt werden.


Poliert

Die Oberflächen von Feinsteinzeug und unglasierte Steingutfliesen werden geschliffen bzw. auf Hochglanz poliert.


Polygonalplatten

Polygonalplatten sind – im Gegensatz zu rechtwinklig formatierten Fliesen und Platten – Beläge, die über unregelmäßige Kanten und Größen verfügen. Es kann sich dabei sowohl um keramische als auch um Natursteinbeläge handeln. Interessante Gestaltungsmöglichkeiten mit keramischen Polygonalplatten (Bruchplatten) finden sich beispielsweise bei dem spanischen Architekten Antonio Gaudí.

Polygonalplatten aus Naturstein werden meist spalttechnisch hergestellt und verfügen über eine raue, oft rutschsichere Oberfläche. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, Sägeabschnitte (Produktionsabfälle bei der Formatierung von Naturwerkseinplatten) in polygonaler Form zu verlegen. Die finanziellen Einsparungen durch den günstigen Materialpreis werden in der Regel durch die hohen Verlegekosten ausgeglichen.


Porosität

Offener und geschlossener Porenraum eines Werkstücks wie der Fliese. Die Angabe ist Volumen in Prozent. Wasseraufnahme ist das Maß für den offenen Porenraum. Die Angabe ist Gewicht in Prozent (siehe auch Wasseraufnahme).


Porzellan

Ein dicht gebrannter, feinkeramischer Werkstoff, dessen Scherben weiß und bei dünnen Wandstärken durchscheinend ist (siehe auch Feinkeramik).

 

Q


Quellungen

Gipshaltige Untergründe, wie z.B. Anhydritestricht und Gipsfaserplatten sollten in Nassräumen nur eingebaut werden, wenn eine vollständige Abdichtung gewährleistet ist. Sie sind in der Lage, große Mengen Wasser aufzunehmen. Da Gips jedoch nur schwer löslich ist, wird die Feuchtigkeit als Kristallwasser „eingelagert“. Dies bewirkt Quellungen bzw. eine Volumenvergrößerung und Destabilisierung des Untergrundes, der regelrecht zerbröselt. Die Folgen: Der Belag löst sich ab und Schimmelpilze nisten sich ein, was zu weiteren Schäden und Gesundheitsgefahren führt.


R

Radialfugen

Radialfugen ergeben sich bei einer zentrischen Anordnung des Fugenbildes. Der Aufwand beim Zuschneiden der einzelnen Platten ist oftmals erheblich. Aus Kostengründen erfolgt deshalb häufig eine Aufteilung in polygonale Teilflächen.


Randdämmstreifen

Um die Schallübertragung von Boden auf die Wände (vgl. Schallbrücken) zu vermeiden, werden Estriche in diesem Bereich umlaufend von Randdämmstreifen eingefasst. Die Höhe richtet sich nach der Aufbauhöhe der Belagskonstruktion. Nach oben werden sie durch Bewegungsfuge abgeschlossen und so vor Schmutzeinwanderung geschützt.


Raumgröße

Mit Ihrer Entscheidung für eine große oder kleine Fliese können Sie die optische Raumwirkung beeinflussen. Obwohl man es zunächst nicht glauben würde: Große Fliesen lassen einen kleinen Raum größer wirken.


Reaktionsharz (Epoxidharz)

Durch chemische Reaktion erhärteter, meist zwei-komponentiger Klebstoff (Harz und Härter) zur Verlegung oder Verfugung von Fliesen.


Reinigung (Pflege)

Glasierte Fliesen und Platten benötigen KEINE spezielle Pflege. Unglasiertes Material hingegen sollte man, je nach Beanspruchung, alle 1 bis 2 Jahre imprägnieren. Davon ausgenommen sind keramische vergütete oder werksseitige fertig imprägnierte Fliesen und Platten.

Obwohl die Fliese keiner Pflege im eigentlichen Sinne bedarf, benötigt sie jedoch Reinigung. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten der Reinigung. Der Grund- oder Erstreinigung und der regelmäßigen Unterhaltsreinigungen (Pflegereinigungen).


Grundreinigung

Die Grundreinigung dient zur Entfernung von zementärem Bauschutz, Zementschleiern oder anderen zementären Verschmutzungen, die nach dem Verlegen auftreten können. Hier empfiehlt es sich, ein sauer eingestelltes Reinigungsprodukt, wie z. B. einen Zementschleierentferner, einzusetzen.


Intensivreinigung

Bei der Intensivreinigung, die in der Regel einmal im Jahr durchgeführt werden sollte, empfiehlt sich ein alkalisch eingestellter Reiniger, da im häuslichen Bereich in der Regel biologische Verschmutzungen anfallen. Auch die Kombination zwischen saurem und alkalischem Reiniger ist bei dieser Reinigungsart empfehlenswert.

Pflegereinigung
Laufende Reinigung durch Kehren, Absaugen oder feuchtes Aufwischen unter Verwendung von Leitungswasser und gegebenenfalls etwas Wischpflege. Bei unglasiertem Feinsteinzeug ist darauf zu achten, dass keine filmbildenden Reiniger eingesetzt werden, da diese den anfallenden Schmutz „versiegeln“ und eine Reinigung sehr aufwändig wird. Außerdem beeinträchtigt dieser Film die Rutschfestigkeit der Fliese. Auf flußsäurehaltige Reinigungsmittel muss ganz verzichtet werden, denn sie zerstören die Keramik.


Rektifizierte Fliese

Einige Wand- und Bodenfliesen werden mit rektifizierten Kanten angeboten. Diese Fliesen werden nach der Produktion exakt auf das gleiche Maß geschnitten. Dadurch ist es möglich, die Fliesen mit einer sehr engen Fuge von ca. 2 mm zu verlegen, um so ein harmonisches Gesamtbild des Fliesenbelages zu erhalten (siehe auch Monokalibriert).


Reservematerial

Bei der Ermittlung einer Fliesenmenge sollten immer ca. 5 % Reservematerial berücksichtigt werden, um bei etwaigen späteren Reparaturen passenden Ersatz zu haben.


Restfeuchte

Nach ihrem Einbau weisen alle hydraulisch abgebundenen Werkstoffe – Estrich, Fliesenkleber oder Fugenmörtel – noch einen gewissen Anteil an Wasser auf: Die so genannte Restfeuchte. Ein Zementestrich ist beispielsweise erst mit einem Belag belegbar, wenn nur noch 2 % oder weniger Restfeuchte messbar sind. Das restliche Wasser dunstet, bis auf eine kleine Menge (Haushaltsfeuchte), noch über Jahre hinweg langsam aus. Der damit verbundene Volumenverlust macht sich in Schwindungen und Formveränderungen bemerkbar, die wiederum Rissbildung verursachen können, die sich beim fehlender Entkopplung auch in den Belag fortsetzt. Die Dilatation kann aber auch zum Abplatzen von Belagsteilen führen, was vor allem dann vorkommt, wenn auf einem feuchten Estrich zu früh mit der Verlegung von keramischen Belägen begonnen wurde. Wenn alle verbauten, wasserhaltigen Materialien berücksichtigt werden, so sind in einem Neubau nach Bauabschluss noch ca. 1.400 l/100 m² Restfeuchte enthalten.


Rettifizierte Fliesen

Seit einigen Jahren gibt es Fliesen die nachträglich an den Kanten geschnitten (rettifiziert) werden. Diese Fliesen sind komplett rechteckig und weisen in der Regel kein Kaliber mehr auf. Durch das Entfernen der Presskante verfügt der Fliesenleger über die Möglichkeit, das Material mit sehr enger Fuge zu verlegen. Somit erreicht der Fliesenbelag eine moderne und ansprechende Optik. Allerdings bedarf diese Fliesenart eines perfekt geraden Untergrunds, da man Höhenunterschiede nicht „verstecken“ kann.


Revisionsöffnung

Um zu Wartungs- oder Reinigungszwecken Zugriff auf verdeckt eingebaute Rohrleitungen von Badewannen oder Verteiler- und/oder Regelkästen von Heizungen zu haben, werden sogenannte Revisionsöffnungen eingebaut. Hierzu werden im Fliesenbereich Luken eingesetzt, die formatabhängig – durch einzelne oder mehrere auf eine Trägerplatte aufgeklebte Fliesen - abgedeckt werden. Die sogenannten „unsichtbaren“ Revisionsöffnungen werden dagegen mit Magneten ausgestattet, welche die hinterseitige (Träger-) Platte in Position halten.


Riemchen

Sonderformatfliesen mit einem Seitenverhältnis von 3:1 für z. B. Sockelleisten werden als Riemchen bezeichnet. Der Vorteil ist, dass sich der Fliesenleger den Zuschnitt aus Grundfliesen sparen kann. Allerdings gibt es nicht in jeder Serie zur Grundfliese passende Riemchen.

 

Rillenplatten

Die am meisten verwendeten Bodenindikatoren sind Rillenplatten, die seit rund 20 Jahren in Deutschland eingesetzt werden. Sie bestehen aus Beton, Naturstein oder speziellen keramischen Platten, in Innenräumen wie z. B. Bahnhöfen gelegentlich aus Kautschuk, Metall oder Kunststoff. Als Standard sind Rillenplatten in der DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Verkehrsraum definiert. Ihre schmalen Rillen, die sogenannten Sinusrillen, lassen sich mit vielen Stockspitzen jedoch kaum vom Umgebungsbelag unterscheiden. Aus diesem Grund werden zunehmend Platten mit breiteren Rillen eingebaut oder solche, die statt eines Wellenquerschnitts mit trapezförmigen Rippen ausgebildet sind. Mit dem Langstock bieten sie eine gute Führung über längere Strecken, durch Schuhsohlen hingegen sind nur sehr breite Rippenabstände fühlbar.


Ritzhärte

Die durch Ritzen feststellbare Härte eine Minerals. Die Ritzhärte wurde vom Mineralogen Friedrich Mohs (1773 - 1838) eingeführt. Sie ist das Maß für die Widerstandsfähigkeit keramischer Glasuren gegen kratzende. Ritzende Beanspruchung. Die Angabe der Härte erfolgt nach der Mohs'schen Härteskala von 1 bis 10, vorbei 1 für eine geringe und 10 für eine hohe Ritzhärte steht.


Rohblock

Als Rohblock bezeichnet man den aus dem Gesteinsverband gelösten Steinblock, der einer weiteren Verarbeitung zugeführt wird. Das Loslösen kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen:

  • Sprengen
  • Flammstrahlen
  • Schrämmen
  • Keilen
  • Seilsägen

Es sollte darauf geachtet werden, dass der Stein möglichst schonend abgebaut wird, um keine Rissbildungen im Gefüge zu erzeugen. Je nach Rohblöcke sind unterschiedliche Abmessungen erzielbar. Die Größe der Rohblöcke bestimmt auch die maximale Größe der daraus gefertigten Werkstücke.

 

Rohling

Keramisches Halbfabrikat nach der Formgebung in noch nicht gebranntem Zustand (siehe auch Biskuit).


Rosenspitz

Beim Rosenspitzmuster handelt es sich um ein Verlegemuster, das besonders häufig im süddeutschen Raum zu finden ist. Es besteht aus zwei Elementen: Das Zentrum bildet eine quadratische Platte, die auf allen Seiten von sechseckigen Platten, den sogenannten Schiffchen, eingefasst ist.


Rosette

Als Rosette, französisch „Röschen“, wird ein rundes Gestaltungselement bezeichnet, in dessen Mitte sich eine stilisierte Blüte mit strahlenförmigen Blättern befindet. Keramische Rosetten, die in den Bodenbelag eingearbeitet werden, sind ein häufiges Gestaltungselement für repräsentative Eingangsbereiche und Terrassen von Bankgebäuden, Verwaltungen oder in Eingangsbereich und Lobby exklusiver Hotels.

Zur einfacheren Verlegung werden Rosetten je nach Größe ganz oder in Teilen netzverklebt angeboten.


Rotationsdruck

Beim Rotationsdruck wird die Druckpaste zunächst auf einen Druckzylinder, in den das gewünschte Dekor eingraviert ist, aufgetragen. Danach überträgt die Druckpaste kontinuierlich auf die darunter durchlaufenden Fliesen.


Römischer Verband

Ein römischer Verband besteht aus einer gewissen Anzahl quadratischer und rechteckiger Platten, deren Kantenverhältnisse aufeinander abgestimmt sind. Eine definierte Zahl derartiger Platten bildet ein Grundelement, das durch Addition beliebig erweiterbar ist.


Rutschhemmende Fliesen (Trittsicherheit)

Spezialfliesen mit unterschiedlich stark profilierter oder rauer Oberfläche zur Erzielung rutschhemmender Eigenschaften eines Belages (Unfallverhütung). Die Unfallversicherer schreiben rutschhemmende Fliesen für Fußböden in Arbeitsräumen und -bereichen mit erhöhter Rutschgefahr sowie für Barfußbereiche vor. Die in diesen Bereichen zu verwendenden Fliesen müssen den vorgeschriebenen Grad der Rutschhemmung aufweisen.


Rutschfestigkeit

Die Rutschfestigkeit eines Bodens wird in fünf Bewertungsklassen eingeteilt. Die Bezeichnung R 9 entspricht den geringsten, die Bezeichnung R 13 den höchsten Anforderungen. In Bad, Sauna und Pool wird in 3 Gruppen unterteilt. Die Gruppe A steht für die geringste Anforderung und die Gruppe C für die höchsten Ansprüche.

 

S


Sauberlaufzone

Sauberlaufzonen dienen zur Reinigung des Schuhwerkes beim Betreten eines Gebäudes. Sie bewirken zum einen die Trocknung des Schuhwerkes, so dass sie direkte Auswirkung auf die Trittsicherheit haben. Zum anderen entfernen sie dem Schuhwerk anhaftende, kratzende Schutzpartikel, die vor allem bei kratzempfindlichen Böden (Marmor etc.) zu einer schnellen Abnutzung führen. Sauberlaufzonen sollten ausreichend bemessen sein. In Bereichen, die der BGR 181 Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr unterliegen, ist eine Mindesttiefe von 1,50 m in Gehrichtung erforderlich. Die Breite der Sauberlaufzone sollte mindestens der Breite des Einganges entsprechen.


Schachbrett

Das Schachbrett ist eines der klassischen Verlegemuster an Wand und Boden. Neben starker Kontrastierung in Schwarz-Weiß finden sanftere Abstufungen durch verwandte Farbtöne Anwendung.


Schallbrücke

In jedem genutzten Haus wird permanent Schall erzeugt, z. B. durch die Belastung des Fußbodens während des Gehens oder auch durch Wasserleitungen. Deshalb werden derartige Bauteile als „schallerzeugend“ charakterisiert. Ein direkter Kontakt zum Baukörper (Wand, Decke usw.) kann dabei die Schallausbreitung begünstigen. Um solche als Schallbrücken bezeichnete Ausführungen zu vermeiden, werden schallerzeugende Bauteile mit einer Dämmung getrennt zu feststehenden Bauteilen verbaut. Beispielsweise wird zwischen Estrich und Wand im Anschlussbereich ein Randdämmstreifen gegen die Übertragung von Trittschall eingesetzt.


Schamotte

Feuerfestes Erzeugnis aus tonerdehaltigen Mineralien, die als Brennhilfsmittel wie
z. B. Brennkapseln oder Schamottesteine für Ofenausmauerungen verwendet werden. Darüber hinaus werden auch zerkleinerte Brennhilfsmittel und gebrannte Tone und Kaoline als Schamotte bezeichnet. Sie werden als spezielle Rohstoffe für keramische Erzeugnisse verwendet und dienen der Verbesserung der Feuerfestigkeit.


Scheinfuge

In der keramische Fliese gepresstes Basrelief, das optisch wie eine Fuge wirkt.


Scherben

Gebrannter Fliesenkörper ohne Glasur, bzw. unglasierte Fliese.


Schiebebild

Dekortechnik, bei der auf den Fliesenkörper vor dem Dekorbrand ein Abziehbild mit speziellen keramischen Farben aufgebracht wird- dies kann maschinell oder manuell geschehen.


Schimmelpilze

In der Raumluft sind immer auch Sporen von Schimmelpilzen vorhanden. Sobald sie an einen für sie geeigneten Labensraum – feucht, warm und nährstoffreich – gelangen, keimen sie sofort aus. Besonders anfällig für die Ansiedlung von Schimmelpilzen sind deshalb Nassräume, aber auch schlecht gelüftete Wohnräume mit hoher Luftfeuchtigkeit. Um einer Schimmelbildung vorzubeugen, sollten z. B. Randfugen fungizid eingestellt sein. Zudem sollten Räume – insbesondere Nassräume – regelmäßig gelüftet werden, um Luftfeuchtigkeit zu minimieren. Nicht nur, weil Schimmelpilze unansehnliche Flecken bilden, sondern auch, weil deren Sporen in erhöhter Konzentration Allergien auslösen können.


Schlacke

Bei der Verhüttung von Metallen anfallende anorganische, silikatische Reststoffe.


Schlicker

Aus den Rohstoffen mit Wasser aufbereitete Masse oder Glasursuspension, die bei der Gießformgebung in die Gipsform gefüllt wird.


Schlüter Systems und Schönox

Die führenden Markenhersteller liefern sämtliche Zubehörprodukte „rund um die Fliese“ wie z. B. Klebe- und Fugenmaterialien, Schienen, Bodeneinläufe, Abdichtungs- und Entkopplungsmatten, Bauplatten, Silikon und vieles mehr.


Schnellbrand-Rollofen

Der Schnellbrand-Rollofen wird seit den 80er Jahren zur Herstellung von Steinzeug verwendet. Die Rohlinge werden mit 400-450 kg/cm² gepresst und dann getrocknet. Danach werden sie nebeneinander auf Stahl- oder Aluminiumoxidrollen durch den Brennofen gefahren.

Allerdings gliedert sich der Brand hierbei in sechs Abschnitte: Es erfolgt gleich zu Beginn ein schneller (!) Temperaturanstieg, der dann in Phase 2 verlangsamt wird. Die maximalen 1.250 °C werden dann im dritten Segment erreicht, die bis zum Ende des 4. Abschnitts gehalten wird. In diesem Bereich erfolgt die Sinterung im Scherben (Zweibrand) zwischen Scherben und Glasur (Einbrand). In Phase 5 wird die Hitze dann rapide gesenkt, um Deformationen zu vermeiden. Im sechsten und letzten Abschnitt erfolgt dann eine langsamere Abkühlung. Mit dieser Abfolge wird die Sinterung noch effektiver, das fertige Feinsteinzeug ist fast porenfrei. Das Wasseraufnahmevermögen liegt bei gerade einmal 0,1 %.


Schnellfugen

Schnell abbindende Fugenmörtel werden auch Schnellfugen genannt. Bei normalen Raumtemperaturen binden diese bereits innerhalb weniger Stunden ab – man spricht hier von einem zügigen Ansteifverhalten, die Fliesen und Fugen erreichen schnell die notwendige mechanische Belastbarkeit. Dies ist z. B. erforderlich, wenn innerhalb des Bauablaufes ein Bodenbelag schnell wieder begehbar sein muss, z. B. in Einkaufspassagen oder Ladenlokalen.


Schnellkleber

Diese Kleber verfügen über ein schnelles Abbindverhalten. Die Korrigierzeiten werden dadurch zwar in der Regel kürzer, jedoch tritt eine kurzfristige Wasserbindung ein. Dies ist vor allem bei verfärbungsgefährdeten Natursteinsorten von Vorteil.


Schwindung

Beim Trocken oder Brennen entstehende Kontraktion von Formlingen. Differenz zwischen Ausgangsgröße und Endgröße wird in Prozent gemessen. Hierdurch entsteht auch das „Kaliber“ d. h. Größenunterschiede zwischen den einzelnen Produktionen, die nicht zusammen verlegt werden sollten, da man kein einheitliches Fugenbild herstellen kann.


Schnellzement

Als Schnellzement wird ein Zement bezeichnet, der über ein schnelles Abbindverhalten und eine hohe Anfangsfestigkeit verfügt.


Schrühbrand

Beim Zweibrand-Verfahren wird die erste Brennung, die zur Härtung des Scherbens dient, auch als Schrühbrand bezeichnet.


Serpentinit

Eine Vielzahl der am Markt gehandelten grünen Marmorsorten sind in Wirklichkeit Serpentinite. Bei ihrer Verlegung ist darauf zu achten, dass möglichst wasserfreie Klebstoffe zum Einsatz kommen. Falsche Verlegung kann zu einem Schüsseln (konkave Verwölbung) der Platten führen. Dünne und großformatige Platten sind hiervon besonders betroffen.

 

Siebdruck

Ein Verfahren zum Dekorieren von Fliesen, in dem Druckpaste durch eine Siebdruckschablone auf den Fliesenkörper aufgebracht wird. Dieses Verfahren kann mehrfach mit verschiedenen Farben wiederholt werden, wobei die Druckschablone ein bestimmtes Muster vorgibt.


Silikon

Silikon, auch Silikonkautschuk genannt, verfügt über dauerelastische Eigenschaften und ist der konventionelle Dichtstoff zum Füllen von Dehnungs-, Rand- und Anschlussfugen. Die Elastizität bei Silikon ist jedoch auf ein Maximum beschränkt (ca. 20 % Dehnfähigkeit). Dass heißt, eine 1 cm breite Dehnungsfuge darf sich gerade einmal um 2 mm erweitern, darüber wird die Silikonfüllmasse abreißen und muss erneuert werden. Deshalb werden mit Silikon verfüllte Fugen auch als Wartungsfugen bezeichnet. Chemisch gesehen handelt es sich bei Silikon um langkettige Silizium-Sauerstoff-Verbindungen, die sich untereinander vernetzen können. Dadurch ergeben sich neben der Dauerelastizität auch wasser-, farb- und klebstoffabweisende Eigenschaften, weshalb solche Fugen nicht überstrichen werden können.


Sinterung

Umwandlung der Rohstoffe im Brand zu Scherben.

 

Slimtech

Der Name Slimtech bezeichnet eine Serie von Feinsteinzeugplatten der Firma Lea Ceramiche, die durch ein besonderes Walz- und Pressverfahren hergestellt werden. Die 3 mm dünnen, bis zu 100 x 300 cm große Platten sind leicht, widerstandsfähig und duktil.

Die Bezeichnung Slimtech wird häufig für sehr dünne keramische Fliesen und Platten verwendet. Auch andere Unternehmen stellen diese Art von Platten her, wie z. B. die Produkte Slimmker, Kerlite und Laminam.

In Abhängigkeit von ihrer Dicke lassen sich Slimtech-Platten für Böden oder Wände in gewerblichen und privaten Räumen sowie im Innen- oder Außenraum einsetzen. Für Bereiche mit starker Begehungsfrequenz gibt es die Feinsteinzeugplatten in einer laminierten Ausführung, die sich aus 3 mm starken Platten zusammensetzt.


Sockelleiste

Als Sockelleiste bezeichnet man den zum keramischen Bodenbelag passenden Wandanschluss. Dabei ist die obere Kante abgerundet und glasiert. Sie ist sehr leicht zu pflegen und erziehlt eine sehr gute optische Wirkung.


Solnhofer Platten

Solnhofer Platten zählen zu den bekanntesten Plattenkalken. Auf bruchrauen Oberflächen zeigen sich häufig dunkle, sogenannte Dentriden. Dies sind baumartige Gebilde, die auf Ablagerung von Metalloxiden zurückführen sind. Häufig werden diese Dentriden für Versteinerungen gehalten.

Dieser Stein ist auch sehr reich an Versteinerungen, sehr bekannt dürfte der Fund des Archäoptery sein. Daneben haben Solnhofer Platten weltweiten Bekanntheitsgrad als Lithografiestein entwickelt.


Sonderformat

Sonderformate gehören – neben den quadratischen bzw. rechteckigen Basisfliesen – inzwischen zu vielen Serien. Üblich sind Bordüre und Riemchen. Darüber hinaus gehören Mosaike, Hohlkehlsockel, Treppenstufen, Eckfliesen, Einleger, Schenkel oder Stufensockel zu Repertoire. Aber auch großformatige Fliesen (z. B. 60 x 60 cm), drei- sechs- oder achteckige Fliesen sowie komplette Bilder aus mehreren Einzelfliesen werden in einigen Serien angeboten.

Speziell für ein bestimmtes Bauvorhaben entworfene und hergestellte Fliesen werden auch als Sonderformate bezeichnet.

 

Sortierung

Bevor Fliesen in den Handel kommen, werden sie einer Qualitätskontrolle und Sortierung unterzogen. Fliesen mit nur leichten Mängeln gelangen als Mindersortierung in den Verkauf.


Spachtelungen

Spachtelungen dienen dem Verschluss offener Poren in Gesteinsoberflächen. Sie vereinfachen die Sauberhaltung von Bodenbelägen, Abdeckplatten oder Fensterbänken. Es kommen sowohl zementäre Spachtelmassen als auch Zweikomponenten- Epoxidharzsysteme zum Einsatz. Bei zementären Spachtelungen zeigt sich bei polierten Oberflächen (häufig bei Travertinen) die gespachtelte Pore im Streiflicht als matte Stelle. Dies stellt keinen Mangel dar. Sollte dieser Effekt nicht gewünscht sein, so muss der Stein eine Epoxidharzspachtelung erhalten. Diese Spachtelungen sind jedoch im Verhältnis zu zementären Spachtelungen wesentlich teurer.


Spaltplatten

Spaltplatten sind plastisch geformte Steinzeugfliesen, die Rückseite an Rückseite im Tunnelofen gebrannt werden. Sie werden durch Spalten nach dem Brennen voneinander getrennt. Sie weisen schwalbenschwanzige Rillen an der Rückseite auf und unterscheiden sich so von normalen Fliesen. Sie sind geeignet für Treppen, Fassaden, Terrassen und Balkone. Bei dieser Technik ist es auch möglich, größere Formate herzustellen.


Spannungsrisse

Ist ein Estrich nicht richtig ausgetrocknet, bevor er belegt wird, kann es zu Brüchen im Gefügekörper kommen. Diese führen unter Umständen zu Rissen an der Oberfläche. Zur Prävention gegen solche Risse werden in großen Flächen Bewegungsfugen verkaut oder ein modularer Estrich angelegt. Ferner können Spannungsrisse im Estrichs auch zu Schäden im Belag führen, wenn beide Bauteile fest miteinander verbunden sind (z. B. direkt aufgeklebte Fliesen oder Natursteinplatten). Durch unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten von Untergrund und Belag können Fliesen bzw. Natursteine sowie Mörtelfugen in sich brechen. Um Risse im Belag zu vermeiden, sollte dieser durch Bewegungsfugen segmentiert werden. Zusätzlichen Schutz bietet darüber hinaus der Einsatz von Entkopplungsmatten.


Steingut

Steingutfliesen sind mit Metalloxiden glasiert und werden als Wandfliesen verkauft, da sie nicht frostbeständig sind.


Steinzeug

Die hohe Temperatur beim Brand sorgt für eine hohe Dichte des Materials, das kaum Wasseraufnahme erlaubt. Die überwiegend frostbeständigen Steinzeugfliesen sind glasiert und unglasiert erhältlich.


Strangpresste Platten

Bezeichnung für grobkeramische Fliesen, die aus nassaufbereitender plastischer Masse durch Strangpressen hergestellt wird (siehe auch Spaltplatten).


Stückzahl pro Quadratmeter

Keramische Fliesen und Platten werden in den verschiedensten Formen hergestellt.
Es werden also unterschiedliche Stückzahlen pro Quadratmeter verlegter Fläche benötigt.
Bei Berechnung des Quadratmeterpreises werden die für die Verlegung in Normen festgelegten jeweiligen Fugenbreiten mitgerechnet.

 

T


Taupunkt

Luft kann mit steigender Temperatur eine zunehmende Menge an Wasser in Dampfform aufnehmen, der Sättigungsgrad wird als relative Luftfeuchtigkeit in Prozent angegeben. Relativ deshalb, weil für eine Luftfeuchtigkeit von 30 % bei 25 °C Lufttemperatur eine größere Menge Wasserdampf benötigt wird als für 30 % bei 20 °C. Kühlt sich warme wasserhaltige Luft nun ab, so nimmt ihre relative Luftfeuchtigkeit zu. Werden durch weitere Abkühlung schließlich 100 % erreicht, so spricht man auch vom Taupunkt. Bei einer weiteren Abkühlung über diesen Punkt hinaus kann die Luft nicht mehr die gesamte ursprüngliche Wasserdampfmenge halten – der überschüssige Teil schlägt sich als Tau nieder (kondensiert). In der häuslichen Umgebung erfolgt dieser Prozess, bei dem Luft im Kontaktbereich kleinräumig abkühlt, z. B. an Außenfenstern, Spiegel, Metallen usw. oder an Flaschen, die aus dem Kühlschrank genommen werden.


Technische Keramik

Technische Keramik umfasst eine große Bandbreite an Produkten aus keramischen Werkstoffen, die für technische Anwendungen hergestellt wurden. Der Unterschied von technischer Keramik zu beispielsweise keramischen Fliesen liegt unter anderem in der Reinheit der Ausgangsstoffe und spezillen Brennverfahren. Andere Bezeichnungen für die technische Keramik sind Ingenieurkeramik, Hochleistungskeramik oder Industriekeramik.


Temperaturbeständig

Beständigkeit gegen Temperaturveränderungen ist für Steingutfliesen und Steinzeugfliesen gefordert.


Terracotta (Tonfliese)

Terracotta oder nur „Cotto“ verleiht historischen Bauten seit Jahrhunderten einen unvergleichlichen Charme. Terracotta hat alle Modeerscheinungen überdauert und erfreut sich dank seiner sehr guten biologischen Eigenschaften in Verbindung mit seiner faszinierenden warmen Ausstrahlung einer nicht abnehmenden Beliebtheit.


Tiefenverschleiß

Als Tiefenverschleiß bezeichnet man den Scherbenabrieb bei unglasierten Steinzeugfliesen infolge von schleifender, reibender Beanspruchung. Die zulässigen Toleranzen sind als Mindestanforderung in der betreffenden Materialnorm festgelegt (Prüfung nach DIN 102, siehe auch Abriebgruppe).


Toleranzen

Fliesen und Platten bestehen aus natürlichen Rohstoffen und weisen material- und herstellungsbedingte Toleranzen auf. Diese äußern sich zum einen in verschiedenen Größen (Kaliber) und leicht differierenden Farben (Nuance). Man sollte darauf achten, dass nur Material mit der selben Nuance und Kaliber in einer Fläche verbaut wird.


Tonfliesen

Unglasierte, ziegelfarbene keramische Fliesen mit mittlerer bis hoher Wasseraufnahme. Vorzugsweise Verwendung als Bodenfliese in Räumen mit rustikalem Charakter. Zur Erzielung der geforderten/gewünschten Gebrauchseigenschaft müssen sie speziell behandelt werden.
Hinweise findet man auf der Verpackungen der Hersteller.


Trass

Bereits in der Antike wurden vulkanische Tuffe zu Trass gemahlen, wodurch ein natürlicher Zement entsteht. Als hydraulisches Bindemittel wurde Trass damals zur Mörtel– und Betonanmischung verwendet. Möglich ist dies durch den hohen Anteil löslicher Kieselsäuren, die unter Wassereinfluss mit calciumoxidhaltigen Gesteinskörnungen wasserunlösliche Verbindungen bilden. In der Moderne wurde Trass als alleiniges Bindemittel von Zementmischungen ersetzt, doch auch heute noch bilden künstliche Trasse, die sowohl als Abfallprodukte in Hochöfen anfallen als auch gezielt produziert werden, die Basis bei der Herstellung von speziellen Zementprodukten.


Trasszement

Diese speziellen Zementprodukte, auch als Portlangpuzzolanzement bekannt, enthalten bis zu 35 % künstlichen Trass, wodurch sich einerseits die Dichtigkeit erhöht und andererseits Mörtel und Beton widerstandsfähiger gegen Säuren sind. Auch neigen diese Zemente zu einer wesentlich geringeren Ausblühungsgefahr, was besonders im Außenbereich von Bedeutung ist.

 

Treppenfliesen (Treppenauftritt)

Diese Fliesen sind am Rand oft mit rutschhemmenden Rillen versehen, welche die Trittsicherheit auf der Treppe gewährleisten sollen.


Treppenprofil

Treppenprofile werden aus drei Gründen an den Stufenkanten verbaut: Erstens schützen sie die Kanten vor Beschädigungen, wie sie bei gefliesten Treppen oftmals schon nach kurzer Zeit auftreten. Zweitens sorgen sie durch eine rutschfeste Oberfläche aus Weichkunststoffen oder – bei erhöhten Belastungen – aus speziell strukturiertem Edelstahl für erhöhte Trittsicherheit. Diese wird – drittens- durch die Verwendung farbiger Profile weiterhin unterstützt.


Trittschalldämmung

Jeder Schritt ist zugleich auch eine Schallquelle je nach Art und Härte des Fußbodenbelags ist das erzeugte Geräusch lauter (z. B. Fliese) oder leiser (z. B. Teppich). Um zu verhindern, dass sich der Schall über die Bauteile verbreitet bzw. darauf überträgt, werden Fußbodenkonstruktionen mit Trittschalldämmungen verbaut. Die gängigsten Dämm-Materialien sind Weichfaserplatten, Schaumfolien oder Polystyrolplatten, durch die der schallbeaufschlagte Oberboden von der Decke getrennt wird. Gegen die Ausbreitung von Trittschall über die Luft hingegen hilft nur eine schallabsorbierende Einrichtung.


Trittsicherheit (Rutschhemmung)

Im öffentlichen und gewerblichen Räumen muss im Sinne der Sicherheit auf einen rutschfesten Bodenbelag geachtet werden. Raue Oberflächen sind hier eine gute Wahl.

    R 9        für 3 bis 10 Grad Gefälle
    R 10        für 10 bis 19 Grad Gefälle
    R 11        für 19 bis 27 Grad Gefälle
    R 12        für 27 bis 35 Grad Gefälle
    R 13        für mehr als 35 Grad Gefälle

 

Trockenestrich

Trockenestrich, auch Fertigestrich oder Trockenunterboden genannt, besteht nach
DIN 18560-1 Estriche im Bauwesen aus vorgefertigten, kraftübertragenden Platten, die trocken und meist schwimmend eingebaut werden. Als Materialien kommen dafür Gipskartonplatten, Holzwerkstoffplatten, zementgebundene Holzplatten sowie Betonwerstein- oder Natursteinplatten zum Einsatz. Ebenfalls erhältlich sind gedämmte Sandwich-Estrichplatten, bei denen das Dämmmaterial aus Mineralfasern oder Hartschaumstoffen bereits aufkaschiert oder zwischen zwei Platten eingebracht ist.

Die Vorteile bei Fertigteilestrichen bestehen darin, dass beim Einbau keine Feuchtigkeit eingebracht wird und keine Wartezeit entstehen, da Trockenestriche nach dem Verlegen begehbar und nach dem Abbinden der Klebeverbindung belegbar sind.

 

Trockenpressung

Die pulverisierten, vermengten Fliesenrohstoffe werden trocken unter hohem Druck in einzelne Formen gepresst. Dieser Prozess wird ausschließlich bei der Herstellung von Feinkeramik angewendet.


Trockengepresste Platten

Bezeichnung für feinkeramische Fliesen, die aus einer fein gemahlenen Masse unter hohem Druck in Form gepresst werden.


Tunnelofen

Steinzeugfliesen wurden bis 1980 im Tunnelbrandofen produziert. Die Rohlinge werden dabei bei 250-400 kg/cm² gepresst, auf feuerfesten Wagen gestapelt und getrocknet.

Nach der Trocknung durchlaufen die Wagen dann den 100 Meter langen Tunnelofen, der in drei Temperaturabschnitte unterteilt ist. Im ersten Segment werden die Rohlinge langsam aufgeheizt, im zweiten Drittel dann bei 1.250 °C gebrannt und im Schlussabschnitt wieder langsam abgekühlt. Die Scherben sind danach dicht gesintert, wobei die Technik sowohl für den Einbrand als auch für Zweibrand anwendbar ist. Das Wasseraufnahmevermögen der fertigen Fliesen liegt < 2 %.

 

U


Unmaßtafeln

Als Unmaßtafel wird ein Halbfertigprodukt der Natur- oder Betonwerksteinproduktion bezeichnet. Die Herstellung erfolgt aus großen Rohblöcken durch Aufgattern. Bevorzugte Dicken liegen bei 2, 3 sowie 4 Zentimetern, gelegentlich für freitragende Treppenstufen auch darüber. Die Oberflächen sind bereits fertiggestellt und je nach Gesteinsart poliert, geschliffen, beflammt, abgesäuert oder gestockt. Anschließend werden Unmaßtafeln zu Fensterbänken, Treppenstufen, etc weiterverarbeitet.


Untergrund

Im Allgemeinen wird die den Bodenbelag tragende Konstruktion als Untergrund bezeichnet. Bei Neubauten handelt es sich dabei in der Regel um einen Zementestrich auf Dämmlage. Bei Altbausanierungen können aber auch andere, oftmals kritische Untergründe freigelegt werden: Gussasphalt, Holzbohlen oder Anhydritestriche, im gewerblichen Bereich zudem auch Magnesia-Estriche. Sie verkomplizieren durch ungenügende Statik oder große Eigendynamik (vor allem bei Holz) die Belagsverlegung enorm, und im Extremfall ist eine Erneuerung der Untergrunds unabdingbar.


Untergrundbehandlung

Je nach Untergrund ist eine unterschiedliche Behandlung mit Voranstrich, Grundierungen oder Spachtelmasse notwendig. Die Vielzahl der verschiedenen Untergründe macht es notwendig, sich genauestens über die auf dem Markt angebotenen Produkte und deren Eigenschaften zu informieren (technische Merkblätter).


UPEC

Französische Norm zur Klassifizierung keramischer Bodenfliesen (Steinzeug) nach Gebrauchseigenschaften, die nur für den französischen Markt Gültigkeit hat. Parallel dazu gilt auch die EN für Fliesen.


Übergangsprofil

Mit einem Übergangsprofil werden zwei unterschiedlich hohe Bodenbeläge barrierefrei und behindertengerecht miteinander verbunden. Sie dienen damit einerseits als Kantenschutz beider Beläge, vermeiden andererseits aber auch unfallträchtige Stolperfallen. Ab 4 mm Höhendifferenz sind im gewerblichen Bereich Übergangsprofile durch die Berufsgenossenschaft sogar zwingend vorgeschrieben.


Überzähne

Bei Überzähnen handelt es sich um einen Höhenversatz zwischen zwei benachbarten Platten. Die Höhe von Überzähnen bei keramischen Belägen und Natursteinbelägen ist ind den jeweiligen DIN-Normen nicht geregelt. Lediglich in DIN 18333 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Betonwerksteinarbeiten ist für die Ausführung der Beläge eine maximale Höhe der Überzähne von 1,5 mm angegeben.

 

V


Verbundabdichtung

Verbundabdichtungen schützen den Untergrund vor Durchfeuchtung und verhindern Ausblühungen. Es ist wichtig, dass Abdichtungen grundsätzlich am Rand ausreichend hochgezogen werden, um ein Hinterlaufen zu vermeiden. Eventuell müssen die Abdichtungen insbesondere im Türbereich mit speziellen Entwässerungsrinnen kombiniert werden.


Verbundestrich

Verbundestrich entsteht, wenn der Estrich unmittelbar auf dem tragenden Betonuntergrund aufliegt und sich mit diesem verbindet. Hierbei ist weder eine Dämmung noch eine Trennschicht eingebaut.

 

Es gibt zwei Nutungsarten:

Verbundestriche werden in Kellern, Abstellräumen oder Garagen als Nutzestrich verlegt. Der Estrich dient als Unterkonstruktion zur Schaffung eines aufliegenden Gefälle-Estrichs oder einer Flachdachkonstruktion.


Verdränungsraum

Der Verdränungsraum (V4-V10) ist der offene Hohlraum zwischen oberer Geh- und unterer Entwässerungsebene bei profilierten Oberflächen. Er ist ein wichtiges Kriterium bei der Bestimmung der Trittsicherheit (siehe Rutschhemmende Fliesen).

Die Einstufung erfolgt nach:

        V 4   (4 cm³/dm²)
        V 6   (6 cm³/dm²)
        V 8   (8 cm³/dm²)
        V 10 (10 cm³/dm²)

Während die Profiltiefe über diese Einstufung genormt ist, kann die Gestaltung der Oberfläche variieren. So besteht die Gehebene häufig aus kleinen Quadraten oder Dreiecken, aber auch freie Formen sind möglich.


Verfärbungen

Verfärbungen sind die Ursache zahlreicher Mängelanzeigen bei Natursteinbelägen. Sie können in der Regel auf folgende Ursachen zurückgeführt werden:

  • Verfärbungen aus dem Untergrund, z. B. aus dem Verlegemörtel
  • Verschmutzungen unterhalb der Belags
  • Verfärbungen durch Minerale innerhalb des Steines (Pyrit, Granate)

Verfärbungen von außen (falsche Reinigungsmittel, Rostablagerungen durch andere Gewerke bedingt, beispielsweise Schlosserarbeiten)
Es besteht auch die Möglichkeit, dass Verfärbungen durch organische Verschmutzungen (Rotwein, Kaffee etc.) verursacht wurden. Zur Bestimmung der Ursache und Beseitigungsmöglichkeiten sollten in jedem Falle Fachleute hinzugezogen werden, da falsche Maßnahmen einen Belag irreversibel schädigen können.


Verfugung

Nach dem Verlegen der Fliesen werden die Fliesenzwischenräume mit einem speziellen Mörtel gefüllt, den es in vielen Farben passend zum Belag gibt.


Verlegeplan

Der Verlegeplan dient der Mengenermittlung der einzelnen Fliesen wie auch der Festlegung der Verlegungsart.


Verlegungsarten

Einfaches, klassisch schönes
Quadratmuster, oder auch rechtwinklig genannt


Halbverband: Jede zweite Reihe
wird um die Hälfte versetzt.
Dabei entsteht ein Muster mit zwei
verschiedenen Richtungen.
Die Verlegung ist regelmäßig.


Drittelverband: Jede neue Reihe wird
im ersten oder letzten Drittel der Fliese
angesetzt, sodass ein individueller Belag
entsteht.


Wilder Verband: Leichtes Versetzen der
Fuge in immer wechselnden Richtungen.
Das wirkt statisch und nicht überschaubar.


Verschleißwiderstand

Der Verschleißwiderstand bezeichnet die Eigenschaft eines Werkstoffes, Abnutzung jeglicher Art stand zu halten. Fliesen und Natursteinplatten verschleißen in erster Linie durch Abrieb, das für sie gültige Maß ist die Abriebfestigkeit.


Verschnitt

Bei Bodenflächen, die diagonal verlegt werden, sollte man einen Verschnitt von ca.
10 % berücksichtigen. Alle anderen Verlegeformen erfordern ca. 5 bis 7 %.


Vitreous China

Glasartiges, dicht gebranntes Porzellan, hauptsächlich zur Herstellung von Geschirr und Sanitärteilen.

 

W


Wandfliese

Je nach Anwendungsbereich und Geschmack können Fliesen als Wandfliesen verwendet werden.


Wasseraufnahme

Maß für die offene Porosität eines keramischen Erzeugnisses. Sie ist das Kriterium um keramische Erzeugnisse in die verschiedenen Kategorien zu unterteilen.


Wasserstrahl-Schneidtechnik

Mit Hilfe der Wasserstrahltechnik können komplizierte Formen aus Keramik, Natursein oder Metallen ausgeschnitten werden. Diese Technik eignet sich z. B. zur Einarbeitung von Firmenlogos in Bodenbelägen.

Mittlerweile sind eine Vielzahl verschiedener Dekorelemente in Form von Bordüren, Einlegern etc. erhältlich, die oftmals auch verschiedenen Materialien kombiniert sind. Da diese Maschinen mit einer sehr hohen Genauigkeit arbeiten, ist ein exaktes Anpassen der einzelnen Elemente problemlos möglich.


Wärmedämmverbundsystem

Wärmedämmverbundsysteme sind mehrschichtige Konstruktionen zur Dämmung von Außenwänden. Sie bestehen aus Dämmstoff, der an der Wand befestigt und mit speziellen Putzaufbauten bedeckt wird. Wärmedämmverbundsysteme eignen sich insbesondere für Gebäude mit vorhandenen Putz- oder Betonfassaden, kommen jedoch auch bei Fassaden mit keramischer Bekleidung zur Ausführung.


Weichstoffe

Hauptgruppen der Rohstoffe zu Herstellung von Keramik. Dazu gehören Tone und Kaoline.

 

Werkmaß

Das Werkmaß betrifft die Herstellung von Fliesen und Platten: Es ist ein definiertes Maß (aus Länge a, Breite b und Dicke d), mit dem das Istmaß innerhalb einer festgelegten zulässigen Abweichung übereinstimmen muss. Das Werkmaß ergibt zusammen mit der Fuge J das Koordierungsmaß C.

Das Werkmaß ist nur für rechtwinkelige Fliesen und Platten festgelegt, bei nichtrechtwinkligen Fliesen und Platten wird es durch das kleinste umschreibende Rechteck bestimmt.

 

Wölbung

Mit Wölbung bezeichnet der Fachmann die bogenförmige Verformung des Estrichs, die sowohl konkav (Wannenbildung) oder konvex (Buckelbildung) erfolgen kann.
Hervorgerufen werden Wölbungen jeder Art durch Dilatationen: Der Estrich wölbt sich konvex auf, wenn er im Querschnitt mit zunehmender Tiefe schneller schwindet. Dieser Effekt tritt häufiger in konventionellen Heizestrichen auf, da die Vorlauftemperatur bei ca. 55 °C liegt, um an der Fliesenoberfläche 25-30 °C zu erreichen. Wölbungen können aber auch auftreten, wenn der bereits belegte Estrich seine Restfeuchte nicht gleichmäßig verliert: Trocknet er an der Oberfläche schneller als in der Tiefe, wölbt er sich konkav auf.


Z


Zement

Die Basis für dieses hydraulische Bindemittel für Beton und Mörtel sind Kalkstein und Ton. Die fein gemahlenen Rohstoffe werden zu Zementklinker gebrannt, der dann wiederum fein gemahlen – das fertige Zementpulver darstellt. Je nach Mischungsverhältnis der Rohstoffe werden mehrere Zementarten für differenzierte Einsatzgebiete unterschieden.


Zementestrich

Zement, Sand (max. 16 mm) und Wasser – die drei Hauptbestandteile für die wohl häufigste Estrichart. Dies liegt an seiner universellen Einsatzmöglichkeit durch ausgezeichnete Eigenschaften: Einfache Herstellung, gute Druckfestigkeitswerte, unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit durch wasserunlösliche Kalkverbindungen, beste Eignung als Heizestrich. Nach konventioneller Technik ist ein Zementestrich erst bei einer Restfeuchte von < 2 % belegreif für Fliesen. Hartstoffzuschläge (z. B. Kunstharz) oder dampfdruckausgleichfähige Entkopplungsmatten ermöglichen in moderner Bauweise die Verlegung von Belägen bereits nach 1-2 Tagen nach der Estrichherstellung. Die Qualität eines Zementestrichs wird über die Nutzung nach DIN EN 13813: Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen in 8 Typen klassifiziert.


Zementschleier

Ist die Fliese frisch verlegt und verfugt, bleibt oftmals eine reine, unschöne Schicht zurück, der Zementschleier. Um diesen zu entfernen, gibt es auf dem Markt eine große Anzahl entsprechender Produkte. Bei glasierten Fliesen ist die Entfernung des Zementschleiers meist einfacher als bei den unglasierten Fliesen. Oftmals reicht aber schon ein leichtes Nasswischen mit Essigwasser.


Zuschlagstoffe

Dies ist ein Sammelbegriff für alle organischen und anorganischen Materialien, welche die Eigenschaften wie beispielsweise Geschmeidigkeit, Flexibilität und Wasserrückhaltevermögen von Mörtel, Estrich oder Beton bestimmen.


Zweibrandverfahren (Glattbrand)

Nach dem Brand der Rohlinge werden die Fliesen glasiert, dekoriert und nachmals gebrannt, wobei der Scherben unverändert bleibt.


Zwei-Komponenten-Kleber

Damit der Kleber seine Funktionsfähigkeit erhält, müssen zum Gebrauch zwei Komponenten – ein Bindemittel und ein Härter – in einem spezifischen Mischungsverhältnis frisch angemischt werden. Die Verarbeitungszeit, etwa die Einlegezeit für Fliesen, ist auf kurze Zeit begrenzt. Dieser Werkstoffgruppe gehören z. B. Epoxidharz-Kleber an, sie kommen in chemisch stark beanspruchten Bereichen (Großküchen, Molkereien, Schlachtereien, Industrielaboratorien usw.) zum Einsatz.